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Einbindung benachteiligter Quartiere

Geschrieben von Prof. Dr. Martin Becker am .

MARGE – Einbindung benachteiligter Quartiere im Oberrheingebiet

Bereits seit mehreren Jahren liegen in den drei Ländern des Oberrheingebiets soziale Stadtentwicklungsprogramme mit der Zielsetzung vor, in benachteiligten Quartieren Herausforderungen und Fragen der sozialen Durchlässigkeit, der Integration und der Chancengleichheit zu bewältigen. Wenngleich sich die Programme ähneln, bereits vielfältige Erfahrungen und innovative Potenziale sowie Praxisansätze bestehen, findet noch kaum ein Austausch zwischen den Akteuren der sozialen Stadtentwicklung der jeweiligen Staaten statt.

Mit dem Ziel, den Austausch zwischen Professionellen aus Verwaltungen und Akteuren Sozialer Arbeit aus den beteiligten Quartieren der Schweiz, Frankreich und Deutschland systematisch zu unterstützen, setzt das trinationale Projekt genau an dieser Stelle an. Dadurch besteht die Möglichkeit, soziale Innovationen zu erfassen, gegenseitig kennen zu lernen und hinsichtlich der differenten Rahmenbedingungen verschiedener Quartiere zu transferieren.

Erkenntnisreiche Vorlaufprojekte haben aufgezeigt, wie notwendig ein breiterer Austausch zwischen den Projektpartner(innen) der Partnerstaaten ist, um die Ideenansätze und bereits vorhandene Projekte zu bündeln und im Projektverbund Synergieeffekte zu erzielen. So hat beispielsweise ein Vorgängerprojekt der Fachhochschule Nordwestschweiz, der École supérieure en travail educatif et social de Strasbourg (ESTES) und der Katholischen Hochschule Freiburg gezeigt, dass auf Seiten der Fachkräfte sozialer Stadtentwicklung in den drei Staaten großes Interesse herrscht, Projektvielfalt und –qualität zu beobachten und die gewonnenen Erkenntnisse systematisch aufzubereiten. Aus den genannten Gründen soll nun eine funktionierende, grenzübergreifende Kooperation entwickelt werden.

Vor diesem Hintergrund entstehen in der Projektlaufzeit im trinationalen Oberrheingebiet Fokusgruppen in neun ausgewählten Quartieren – in Deutschland sind dies Kehl-Kreuzmatt sowie die Freiburger Stadtteile Haslach und Weingarten. Die Fokusgruppen sind in der Regel mit Expert(inn)en aus der kommunalen Verwaltung, der Quartiersarbeit, der wissenschaftlichen Praxis und anderen lokalen Akteuren besetzt. Hierin werden die aktuellen Bedarfe der Quartiere identifiziert und, im Sinne von „Good Practice“, gelingende Praxisbeispiele aus den Stadtteilen/Quartieren gesammelt.
Zum genannten Zweck bilden sich Tandems aus Praktiker(innen) und einem Forscher(innen), die mögliche übertragbare Projekte aus dem Nachbarland feldforschend beobachten.
Die Fokusgruppen sind somit immanenter Bestandteil der begleitenden Aktionsforschung der wissenschaftlichen Projektpartner(innen). Das weitere Vorgehen wird in wissenschaftlicher Methodik durch Beobachtungen, Interviews und Dokumentenanalysen gestaltet.
Im weiteren Projektverlauf werden in einer Transferphase Projekte in einem Quartier des jeweiligen Nachbarlandes umgesetzt. Die Umsetzungsprozesse werden dabei durch die Partner des Nachbarlandes unterstützt.

Mithilfe eines „Toolkits“ – einer Sammlung aller Methoden, Instrumente und Konzepte – soll den Praxisanwender(inne)n Projekttransfer und –umsetzung erleichtert sowie der Austausch aller Beteiligten im gesamten Oberrheingebiet gefördert werden. Unterstützt wird die methodische Entwicklung durch den Aufbau einer Homepage als Austauschplattform der Projektakteure und eines parallel zu entwickelnden Fortbildungscurriculums für Fachkräfte der sozialen Stadtentwicklung. Das Toolkit soll über die Projektlaufzeit hinaus verbreitet, die genannte virtuelle Austauschplattform bestehen bleiben und das Fortbildungsprogramm in nachhaltige Strukturen überführt werden. So wird der transnationale Austausch langfristig gestärkt und in Form weiterer angestrebter, trinationaler Forschungsvorhaben in den Blick genommen.

Das Projekt „MARGE - Einbindung benachteiligter Quartiere im Oberrheingebiet“ wird aus Mitteln des EU-Programms INTERREG V gefördert.

Projektleitung für Deutschland

·  Prof. Dr. Martin Becker

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Akademischer Mitarbeiter

   Constanze Bäuerle

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Laufzeit   2017-2019