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Soziale Arbeitsgemeinschaft Ost (Berlin)

Geschrieben von Robert Götze am .

Fortschrittliches Modell einer neuen Gesellschaft oder vielmehr konsequent gelebte Nächstenliebe


Was war die Soziale Arbeitsgemeinschaft Berlin-Ost?

Die zweite wichtige Neugründung in Deutschland, mit der versucht wurde den Settlement-Gedanken zu verwirklichen, war die Soziale Arbeitsgemeinschaft Berlin-Ost (SAG-Ost). Im Gegensatz zum Hamburger Volksheim handelte es sich bei dem Berliner Konzept schließlich um ein » Settlement im eigentlichen Sinne. Gemeint ist damit, dass sich von Beginn an eine gebildete und der bürgerlichen Klasse zuordenbare Gruppe, inmitten eines der ärmsten Arbeiterviertels von Berlin niederließ, um dort mit ihrem Handeln klassenversöhnend zu wirken.
1911 zieht der Pfarrer » Friedrich Siegmund-Schultze zusammen mit seiner Frau und seiner Schwester sowie einigen studentischen Mitarbeitern vom kaiserlichen Potsdam-Sanssouci, dem Ort seiner letzten Anstellung, in den » Arbeiterbezirk Berlin-Friedrichshain. In der unmittelbaren Nähe des Schlesischen Bahnhofs (heutiger Ost-Bahnhof) mietete er sich in den Räumen einer mildtätigen Vereinigung ein, um seine religiösen und sozialethischen Überzeugungen in die Tat um zu setzen. Nachbar zu sein, bedeutete für den SAG-Gründer, dem existenten Klassenhass durch bisweilen aufopfernde Beziehungsarbeit und praktizierte Nächstenliebe zu begegnen und mit einer Politik der kleinen Schritte ein Klima gegenseitigen Vertrauens zu schaffen. Die daraus abgeleitete Vorstellung, eine soziale Arbeitsgemeinschaft zwischen verarmten Arbeitern und gebildeten Bürgern entstehen zu lassen, entwickelte in den folgenden 29 Jahren des Bestehens der SAG-Ost eine ungeahnte Strahlkraft bis weit über die Grenzen Berlins hinaus. Die Fülle an besetzten Arbeitsfeldern und geschaffenen Arbeitsansätzen konnte – damals wie heute – verblüffen. Das Angebotsspektrum setzte sich aus einer Verbindung von nachbarschaftlichen, theoretischen, geschlechtsspezifischen sowie wohlfahrts- und jugendpflegerischen Elementen zusammen. Daneben lieferten die in der praktischen Arbeit der SAG gewonnen theoretischen Erkenntnisse wichtige methodische und fachliche Impulse für die entstehende Sozialarbeit sowie die Nachbarschaftshausbewegung.
Die wechselnde Mitarbeiterschaft versuchte sich im Rahmen ihrer religiösen Grundüberzeugung flexibel auf die politisch und gesellschaftlich erzwungenen Veränderungen während der Revolution und der Weimarer Jahre einzustellen. 1940 wurde schließlich auch die SAG-Ost durch die Gestapo aufgelöst und verboten. Den verbliebenen Mitarbeitern wurde jede weitere Betätigung auf religiösem, politischem, pädagogischem und kulturellem Gebiet mit der Aussicht auf drastische Bestrafung untersagt (Gerth, 1975, S. 46). Damit hörte die SAG-Ost in ihrer bisherigen Form auf zu existieren.

Idee

Durch sein starkes Interesse an der sozialen Frage in der Vorkriegszeit sowie durch seine religiösen Grundüberzeugungen war Sigmund-Schultze sensibilisiert für die ausufernde Not großer Bevölkerungsteile. Hinzu kam, dass er während der » Pfarrtätigkeit an der Hofkirche zu Potsdam den maßlosen und mitunter ignoranten Umgang mit dieser Situation, durch die kaiserlichen und bürgerlichen Eliten, als verschärfend und realitätsfremd erlebte. Angeregt durch zahlreiche Studienreisen zu den » etablierten Settlements jener Jahre beschloss er, sein Leben ganz in den Dienst einer auf Frieden und Versöhnung angelegten Nachbarschaftsarbeit zu stellen. Damit sich die Lebensverhältnisse der Ostberliner Bevölkerung aber tatsächlich verbessern konnten, musste, nach Ansicht des SAG-Gründers, zuerst eine auf Vertrauen und gegenseitigem Verständnis basierende Arbeitsbeziehung zwischen Proletariat und sozial engagiertem Bürgertum entstehen. Sein Entschluss im Arbeiterviertel zu siedeln, um dort einen „Vorposten auf fremdem Territorium“ zu schaffen, verfolgte das Ziel, an die „gesunde und starke Arbeiterschaft Berlins heranzukommen“ (Sigmund-Schultze zitiert in Lindner, 1997, S. 83). Die wahrgenommene räumliche aber auch mentale Trennung zwischen den verschiedenen sozialen Klassen im Wilhelminischen Deutschland, wollten die » Settler mit Hilfe von persönlicher Freundschaft, Wohlfahrtspflege und Volksbildung begegnen. Obgleich die Pioniere der SAG vornehmlich aus religiösen Motiven handelten, beabsichtigten sie den Kontakt mit den Arbeitern nicht durch eine allzu offensichtliche Verbindung mit der Kirche wieder zu gefährden. Die Erklärung hierfür liegt in dem Umstand begründet, dass für die organisierte Arbeiterschaft der Vorkriegsjahre Kirche als Institution gleichbedeutend mit Konservativismus und letztlich mit » politisch rechts stehenden Parteien war. Daneben belastete auch der verschwenderische Umgang mit Wohltaten, die entweder unerwünscht waren oder aber mit dem Gestus der Überheblichkeit überreicht wurden, das Verhältnis zwischen Religion und Arbeiterschaft. Sigmund-Schultze beschrieb dieses Spannungsfeld folgendermaßen: „Der Schrei des Volkes geht nicht auf Almosen, sondern auf Gerechtigkeit; der Arbeiter verlangt keine Wohltaten, sondern sein gutes Recht; auch von der Kirche wünscht er keine Mission im landläufigen Sinne, sondern soziale Arbeit“ (Sigmund-Schultze zitiert in Gerth, 1975, S. 23). Der geeigneteste Personenkreis, der für derartige Tätigkeiten in Frage kam, war, ähnlich wie beim Londoner Vorbild, die sozial engagierte Studentenschaft. Die Studenten, welche zugleich die Entscheidungsträger von morgen darstellten und zudem Repräsentanten der oberen Klassen waren, wurden mit dem Argument angeworben, dass es gerade für ihren weiteren Werdegang von erheblicher Bedeutung sei, die Denk- und Wesensart der Arbeiter kennenzulernen und von sich heraus zu verstehen. Sigmund-Schultzes beschreibt diesen Gesichtspunkt wie folgt: „Der Weg zur Erkenntnis der wirtschaftlichen Notwendigkeiten ist der, die wahren Verhältnisse mit eigenen Augen zu sehen. Erst wenn über alle sozialen Fragen im Landtag und Reichstag eine Generation zu entscheiden hat, die selber zwischen Arbeitern gewohnt hat – und zwar mit dem Willen zur Hilfe – wird eine durchgreifende Besserung der Verhältnisse stattfinden“ (Sigmund-Schultze zitiert in Gerth, 1975, S. 26).
Bei allen Bemühungen, die auf eine unmittelbare Hilfe gegenüber den Nachbarn abzielten, vergaßen es die Verantwortlichen der SAG – namentlich Sigmund-Schultze – nie, ihre praktische Arbeit mit dem theoretischen Wissenschaftsstand jener Jahre rückzukoppeln. Vielmehr kam es auf der anderen Seite desöffteren zu einer Beeinflussung der Theorie durch die zahlreichen » Publikationen der SAG sowie die abgehaltenen » akademisch-sozialen Abende. Eigens zu dem Zweck, die praktische Arbeit genauer zu reflektieren und daraus – wenn möglich – allgemeine Handlungsempfehlungen abzuleiten bzw. um das Selbstverständnis der wachsenden Organisation zu definieren, trafen sich sämtliche Mitarbeiter einmal jährlich auf sogenannten » Arbeitskonferenzen.

Gesellschaftliche Situation

Eine Beschreibung der gesellschaftlichen Verhältnisse, die unter anderem zur Gründung der Sozialen Arbeitgemeinschaft Berlin-Ost führten, findet sich im » Text „Das Hamburger Volksheim von 1920-1929“ unter der Überschrift „Gesellschaftliche Situation“. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann auf die Darstellung umfassend bezug genommen werden.
Da es sich bei der SAG-Ost jedoch vornehmlich um ein religiös motiviertes Settlement handelte, erscheint es an dieser Stelle sinnvoll, zusätzlich das Verhältnis von Proletariat und Kirche, respektive Religion, zu beleuchten. Sigmund-Schultze beschreibt diese Beziehung ein Jahr nach Gründung der SAG-Ost folgendermaßen: „Die einzige Gelegenheit, bei der die Arbeiter die Mitwirkung der Kirche noch für wünschenswert halten, ist das Begräbnis. ... In unserem Osten trägt das Sichtbarwerden des Pastors bei dieser alleinigen Gelegenheit ... dazu bei, das Ansehen der Kirche in den Augen der Arbeiterkreise noch weiter herabzusetzen. Die Kirche gilt als bloße Beerdigungskirche.“ (Sigmund-Schultze zitiert in Gerth, 1975, S. 23). Nicht ganz unerheblich an dieser Entfremdung dürfte aber auch die Identifikation der Kirche mit politischem oder sozialem Konservativismus sein, die an vorangegangener Stelle bereits erörtert wurde. Im gleichem Maße, wie die Arbeiter die Kirche als Institution ablehnten, verzichteten sie auch darauf, mit der Stadtmission in Kontakt zu kommen. Die Stadtmission als Arbeitszweig der Inneren Mission, stellten am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts den kirchlichen Versuch dar, Wohltätigkeit mit missionarischer Absicht zu verbinden. Sigmund-Schultzes Einschätzung zur Wirksamkeit dieser Einrichtungen fällt jedoch ähnlich negativ aus, wie schon vorher die Analyse des Verhältnisses Proletariat – Kirche: „Bei Arbeitern, die etwas auf sich halten, gilt es im allgemeinen als entehrend, mit der Stadtmission in Berührung zu kommen; denn allgemein ist man der Überzeugung, dass die Stadtmissionen nur für die Schwachen und Dummen da sei“ (Sigmund-Schultze zitiert in Gerth, 1975, S. 23). Mit diesen Eigenschaften, wollte gerade die erstarkende Arbeiterbewegung, die nach politischer Macht und gesellschaftlichen Einfluss strebte, nicht in Verbindung gebracht werden. Folgt man der dargestellten Beurteilung, so war die Kirche als Institution demnach nicht in der Lage, mit ihren originären und traditionellen Hilfsangeboten die Lebenssituation der Bevölkerungsmehrheit tatsächlich zu verbessern. Verständlicherweise verlor damit auch die Religion als solche erheblich an Glaubwürdigkeit und Anziehungskraft.

Ziele

Ganz im Geiste des großen Londoner Vorbilds gehörte das Metaziel Klassenversöhnung zu einem der zentralen Begriffe in der SAG-Ost. Im Gegensatz zur Toynbee Hall zielte das Berliner Konzept jedoch nicht auf die Ärmsten der Armen, sondern auf die Arbeiter des „vierten Standes“ ab (Lindner, 1997, S. 84). Klassenversöhnung, von Sigmund-Schultze als „Freundschaft der sogenannten Hohen mit den Niedrigen“ verstanden, wurde ferner als unmittelbare Vorstufe und Bedingung für die Entstehung der Volksgemeinschaft, als weitreichendem gesellschaftspolitischen Ziel, gesehen. Die angestrebte Versöhnungsarbeit, welche die Überwindung der Klassengegensätze zum Ziel hatte, fand ihren Ausdruck in der praktischen Sozialarbeit und in einem sehr breitgefächerten Spektrum von Arbeitsfeldern, Einrichtungen und Angeboten.
Eines der langfristigsten und zugleich handlungsleitendsten Ziele war die Absicht, „Menschen zu Christus“ zu führen (Gerth, 1975, S. 23). Für Alix Westerkamp, die langjährige Geschäftsführerin der SAG, ist es dieser Vorsatz, der über fast allen Aktivitäten „mit unsichtbaren Buchstaben steht“ (Westerkamp in Soziale Arbeitsgemeinschaft Ost, 1929, S. 25). Aus bereits dargelegten Gründen schied der alleinige Weg über die Predigt, im Sinne eines rein missionarischen Vorgehens, aus. Die Mitarbeiter der SAG zogen es vor, ihren Glauben in die Tat umzusetzen, ihn also in Form von Nachbarschaftsarbeit zu praktizieren. Aus ihrer Sicht war dies die einzige realistische Möglichkeit, die Lebensumstände der notleidenden Bevölkerung tatsächlich zu verbessern. Dass sich durch das aufopfernde Handeln der SAG auch eine positive Wahrnehmung der christlichen Religion ergeben sollte, kann als hintergründige Absicht mitgedacht werden.
Ein weiteres Ziel war, ähnlich wie bei den Konzepten von Toynbee Hall, die jungen Studenten mit einer für sie bis dahin weitgehend unbekannten Lebenswirklichkeit vertraut zu machen, um auf diese Weise zur Erweiterung des Erfahrungshorizontes aller Beteiligten beizutragen. Der federführende Gründer der SAG verband damit die Hoffnung, dass die intime Kenntnis der Arbeiternöte letztlich zum Wohle der proletarischen Bevölkerung eingesetzt werde. Die vorgefundenen Zustände im Arbeiterviertel riefen dringend nach Veränderung und die SAG wollte hierzu einen Beitrag leisten. Ihrem Selbstverständnis nach, sowie in Anerkennung der Integrität der Bewohner, konnte sie die Hilfen nur anbieten. Treffend erscheint in diesem Zusammenhang ein Zitat von Haberkorn, das in einer monatlichen Publikation der SAG erschien: „Gerade wer in menschlicher Absicht kommt, vergisst so leicht, die Unabhängigkeit und das Selbstbestimmungsrecht der anderen zu respektieren, vergisst, dass dieser das Recht hat, sich auch die wohlgemeinteste und segenreichste Einmischung in seine Angelegenheit zu verbitten, vergisst, dass es ein Recht gibt, den unabhängigen Hungertod der Abhängigkeit des Almosenempfängers vorzuziehen, und dass auch der Verbrecher noch eine Ehre zu vergeben hat: sein Vertrauen und seine Freundschaft“ (Haberkorn zitiert Gerth, 1975, S. 49). Genau diese Erlangung von Vertrauen und Freundschaft zu den Arbeitern kann als eines der zentralen Ziele im SAG-Konzept gesehen werden. Die in intensiver Zusammenarbeit zwischen Bewohnern und Settlern geschaffenen Angebote im Berliner Osten sollten dann ferner einen beiderseitigen Lernprozess in Gang setzten, in dessen Ergebnis die Einschätzungen und Wertungen des jeweils anderen korrigiert werden konnten.
Obwohl die Soziale Arbeitsgemeinschaft Berlin-Ost als Institution keiner speziellen Partei zuordenbar war, erkannten die Mitarbeiter dennoch die Notwendigkeit, politische Veränderungen aus ihrer praktischen und vor allem auch aus ihrer theoretischen Arbeit heraus zu initiieren. Bereits recht früh kommt es, allein schon durch die Rolle Sigmund-Schultzes, der neben der Funktion des SAG-Leiters auch noch » zahlreiche andere Ämter inne hatte, zu einer Beteiligung der SAG an sozialpolitischen Entscheidungen und Verfahren. An dieser Stelle ist besonders die Mitwirkung am Zustandekommen des » Reichsjugendwohlfahrtsgesetzes (RJWG) und des Zivildienstgesetzes hervorzuheben. Obwohl gerade diese beiden Gesetzgebungshilfen unmittelbare Auswirkungen auf die wohlfahrtspflegerische und soziale Praxis im gesamten Reich – und sogar in der späteren BRD – haben sollten, präferierte Sigmund-Schultze, auch was die politische Einflussnahme betraf, den lokalen Bezug. Für ihn war im Gegensatz zu manch einem seiner Mitarbeiter die Einmischung in die „Kommunalpolitik...kein Zwischen- sondern ein Endziel der SAG“ (Sigmund-Schultze zitiert in Gerth, 1975, S. 59).
Parallel zur praktischen Sozialarbeit betrieb die SAG von Beginn an auch theoretische Arbeit, in Form von Dienstbesprechungen, akademisch-sozialen Abenden sowie dem Sozialwissenschaftlichen Seminar. Anfangs dienten diese Veranstaltungen einzig und allein der Orientierung der mit der ungewohnten Umgebung zuweilen überforderten Studenten. Angesichts der massiven materiellen Not sowie der demgegenüber empfundenen Ohnmacht wuchs aber bei den Settlern das Verlangen, die selbstgemachten Einzelbeobachtungen, in einen größeren, in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext zu sehen. Im Verlauf der weiteren Entwicklung der SAG-Ost stellten die Ergebnisse der Versammlungen immer häufiger die fachlichen Grundlagen für Reformen dar (Gerth, 1975, S. 33).

Leitbilder

In dem sehr komplexen Geflecht aus religiösen, sozialethischen und politischen Überzeugungen, waren es besonders die Leitgedanken zur Durchbrechung der verbreiteten Gottesfeindschaft, die Anerkennung einer persönlichen Schuld, die Bekämpfung des Klassenhasses durch Liebe sowie die Idee der Volksgemeinschaft, welche zu den entscheidenden Motiven der SAG gehörten.
Für den SAG-Gründer war die weit verbreitete „Gottesfeindschaft“ und die damit eng verbundene „geistige Verarmung“ innerhalb des Volkes letztes Signal und zudem Aufforderung tätig zu werden. Um so unverständlicher war es für ihn, dass sich schon zu seiner Studienzeit die verschieden Schulen der Theologie fast ausschließlich mit sich selbst beschäftigten und dabei ganze Bevölkerungsgruppen aus den Augen verloren (Gerth, 1975, S. 18ff). Er formulierte stattdessen die These, dass „vor der Größe der sozialen und ethischen Not ... auch der Kampf der theologischen Richtungen“ verschwinden müsse (Sigmund-Schultze zitiert in Gerth, 1975, S. 21). Das religiöse Menschenbild, welches die meisten Mitglieder der SAG-Ost einte, aber auch der pragmatische und undogmatische Umgang mit dem christlichen Glauben, ließen ohnehin für derartige Überlegungen kaum Platz. Für sie folgte aus der gedankliche Gleichsetzung der Begriffe, „Nächster und Nachbar“, bedingt durch das christliche Postulat der Menschen- und Nächstenliebe, auch immer die praktische Arbeit mit dem Nachbarn. Die Arbeiterfamilien des Berliner Ostens zum Nächsten werden zu lassen bedeutete zugleich, sie als Adressaten der SAG-Arbeit wahrzunehmen. Die Vorraussetzung der Wirksamkeit von sozialer Arbeit ist jedoch ihre Annahme. Und angenommen werden konnten die Hilfsangebote der Settler nur, indem die bestehende Hass-Barriere vorher abgebaut wurde. Aus diesem Grund war es auch so wichtig, dass die Mitarbeiter selbst im Osten lebten und die Arbeiter in ihrer gewohnten Umgebung kennenlernten, um anschließend eventuell Freundschaften zu schließen. Zudem war grundlegend, dass die soziale Arbeit freiwillig und unbezahlt erfolgte. Besonders letzteres erschien Sigmund-Schultze bedeutungsvoll, denn die Tatsache, dass die Arbeit unentgeltlich erfolgte, „dünkt dem Arbeiter eine Erscheinung, die in seinen gewöhnlichen Kram nicht hineinpasst, die dazu führt, an das Vorhandensein von Idealen doch wieder irgendwie zu glauben und mit irgend welchen unsichtbaren Gütern zu rechnen“ (Sigmund-Schultze zitiert in Gerth, 1975, S. 25).
Ein anderer wichtiger Strang in den Leitvorstellungen der SAG-Ost beruhte auf dem Eingeständnis einer persönlichen Schuld an der damaligen Lage der Arbeiterschaft. Sigmund-Schultze beschreibt das mangelhafte Nachkommen der durch Besitz, Bildungsstand oder Herkunft entstehenden Verpflichtungen der herrschende Klasse wie folgt: „Wir müssen als Christen eingestehen, dass wir eben als Christenheit ungeheure Versäumnisse und Verfehlungen auf dem Gewissen haben. Wir müssen den Arbeitern gegenüber die Versäumnisse der Kirche eingestehen. Ebenso müssen wir unseren Anteil an der Kollektivschuld der herrschenden Klasse zugeben: ... Aber auch unseren ganz persönlichen Anteil an der Kollektivschuld, ja unsere persönliche Schuld müssen wir eingestehen, ...“ (Sigmund-Schultze zitiert in Gerth, 1975, S. 22). Als Ursache und gleichzeitig als Gegenstand dieser Versäumnisse und Verfehlungen, benennt Franz-Jacob Gerth „den fast völligen Verzicht auf ein soziales Verantwortungsgefühl“ seitens der herrschenden Klasse (Gerth, 1975, S.22). Friedrich Sigmund-Schultze geht in seinen Ausführungen freilich noch ein Stück weiter, indem er den Schuldvorwurf auf die gesamte Christenheit ausdehnt. Denn nicht nur seiner Meinung nach gehörte es auch damals schon zu den elementarsten religiösen Pflichten für seine in Not befindlichen Brüder/Schwestern einzutreten. Da aber die Mehrheit der herrschenden Klasse – ob nun religiös oder nicht –kaum Anstrengungen unternahm, den tatsächlichen Bedürfnissen des Proletariats entgegenzukommen, geschweige denn ihnen gerecht zu werden, konnte sich der Klassenhass weiter unvermindert im Volke ausbreiten. Erwähnenswert erscheinen in diesem Zusammenhang auch die Überlegungen des SAG-Gründers zu dem für ihn typisch deutschen Phänomen des Klassenhasses: „...der Hass ist ein besonderes Merkmal der deutschen Arbeiterschaft. So wie die erste Christengemeinde ihre Expansionskraft der Liebe verdankte, so habe die Organisation der Arbeiterschaft ihre mächtige Propagandawirkung durch den Hass gegen die Reichen, die Herrschenden und die Sicheren erreicht, also nicht durch einen Gedanken, sondern durch eine Stimmung. Da Stimmungen nicht von langer Dauer seien, wenn sie nicht neue Nahrung erhielten, müsse angenommen werden, dass das eigene Erleben und nicht irgendeine Verhetzung Ursache dieses Hasses sei“ (Sigmund-Schultze zitiert in Gerth, 1975, S. 24). Obwohl die SAG Zeit ihres Bestehens den Klassenhass innerhalb der deutschen Gesellschaft nicht akzeptieren konnte, so verstand sie ihn doch als Kampf der Arbeiterklasse um Gerechtigkeit. Die Aufgabe der Sozialen Arbeitsgemeinschaft müsse es daher sein, „die Schuld die im Klassenhass zutage tritt ... zu erkennen, anzuerkennen und abzutragen“ (Sigmund-Schultze zitiert in Gerth, 1975, S. 24). Indem unter anderem Wert auf freiwillige und ehrenamtliche Mitarbeit gelegt wurde, verfolgte die SAG die Absicht, die Arbeiter des Berliner Ostens in ihrem festgefügten und vorgefassten Erwartungsbild von Oberschichtbürgern zu erschüttern. Im Gegensatz zu dem gewohnten hochmütigen Verhalten, das aus ihrer Sicht den Klassenhass zur Folge hatte, sollte vielmehr versucht werden, durch voraussetzungs- und absichtslose Liebe ebenfalls Empfindungen zu wecken, welche wiederum zur Verbesserung der Lage der Arbeiter führen könnten. Selbstverständlich verlief der Prozess der Versöhnung nicht ohne Opfer, genauso wie die Bedingung für das Entstehen von Gemeinschaft aus Sicht der Settler Freundschaft war. Dies erhellt ein Zitat von Sigmund-Schultze, dass bei allem dargestellten Idealismus dennoch auf den Realitätsbezug des SAG-Gründers verweist: „Es wäre freilich ein Traum von Ideologen, wenn man von dem Sichkennen- und Sichliebenlernen allein die große Änderung der Dinge erwarten wollte. Es ist selbstverständlich, dass wirtschaftliche Fragen nur wirtschaftlich, politische Fragen nur politisch gelöst werden können...“ (Gerth, 1975, S.25). Dessen ungeachtet lehnte die SAG als Organisation jegliche parteipolitische Option ab. Stattdessen empfahl sie ihren Mitarbeitern den Eintritt in Parteien und die Übernahme von Ämtern und Funktionen in selbigen. Eine Identifizierung der SAG mit einer Partei hätte für Sigmund-Schultze das Ende jeder Versöhnungsarbeit bedeutet und wäre zugleich „das Ende der Möglichkeiten gewesen... (die herrschende Klasse)...auf ihre soziale Schuld hin anzusprechen, sie zu Opfern an Leben und Geld aufzurufen“ (Gerth, 1975, S. 49).
Das letzte große Handlungsmotiv in dieser Auflistung soll der von Sigmund-Schultze entwickelte Gedanke der Volksgemeinschaft sein. Wie Lindner ausführt handelt es sich im SAG-Kontext dabei keineswegs um einen Begriff, der direkt auf den Nationalsozialismus verweist, sondern vielmehr um „ein ethisches, auf der ‘Bruderliebe’ basierendes Prinzip“, dass zudem durch Freiwilligkeit determiniert wird (Lindner, 1997, S. 87 unter Berufung auf Jegelka). Eine Volksgemeinschaft entsteht nach dieser Vorstellung nur, wenn „ ... Einzelpersönlichkeiten in die Masse hinausgehen, um in dem Chaos kleine Kosmoszellen zu bilden, in denen neue Persönlichkeiten entstehen, die weiterwirken, bis eine Durchstrukturierung der Masse erfolgt ist, die mit Gemeinschaft bezeichnet werden kann...“ (Sigmund-Schultze zitiert in Gerth, 1975, S.57). Wenn diese Vorstellung konsequent weitergedacht würde, stellt die Volksgemeinschaft lediglich eine Vorstufe zur Menschenbrüderschaft dar. „Erst wenn Menschen Persönlichkeiten geworden sind, können sie auch Gemeinschaft haben. ... Wirkliche Gemeinschaft entsteht nur da, wo man nicht bei der Volksgemeinschaft halt macht; sondern wo man das Bewusstsein hat, dass alle Menschen Brüder sind“ (Sigmund-Schultze zitiert in Gerth, 1975, S.58). Die Vorbedingungen für diese gesellschaftspolitisch weitreichende Vision wären der Abbau von Anonymität und Verantwortungslosigkeit, aber letztlich auch der Wille zur Gestaltung einer sozialen Arbeitsgemeinschaft zwischen Nachbarn. „Sei die Versöhnungsarbeit einmal mit Erfolg gekrönt, so bedeutete dies, dass das Zurückfinden zu Gott zugleich die Stiftung neuer Gemeinschaften unter den Menschen bedeutet und damit die Rückkehr zum ‚ganzen Volk‛“ (Gerth, 1975, S.24).
Mit dem Beginn des ersten Weltkrieges und der damit verbundenen nationalistisch verklärten Welle der Begeisterung sah sich auch die SAG-Ost faktisch am » Ziel ihrer Wünsche. Doch schon bald erkannten die SAG-Verantwortlichen, namentlich Sigmund-Schultze, dass die scheinbare „Volkseinheit“ keine wirkliche Einheit war und dass sie zudem auf menschenverachtender sowie verhetzender Propaganda aufbaute. Auch die so wichtige Freiwilligkeitskomponente fehlte der militaristisch bestimmten Volksgemeinschaft kaiserlicher Prägung. Westerkamp schreibt dazu: „Gleich zu Anfang (des Krieges A.d.A.) aber ist vorausgefühlt, dass dem Aufleuchten dieser Erfüllung ein um so tieferes Dunkel folgen werde“ (Westerkamp in Soziale Arbeitsgemeinschaft Ost, 1929, S. 16). Die kommenden, durch den Krieg verursachten, harten sozialen Problemlagen stellen die SAG vor neue Herausforderungen. Man kann heute sagen, dass dadurch letztlich die Illusion einer Volksgemeinschaft nicht vor dem Hintergrund ihres Scheiterns reflektiert wurde.


Umsetzung

Eine ausführliche Beschreibung der inhaltlichen und organisatorischen Umsetzung des SAG-Programms würde aufgrund der enormen » Vielzahl an Einrichtungen, Projekten und Arbeitsansätzen den Rahmen dieser Abhandlung sprengen. Deshalb werden im folgenden Abschnitt nur die markantesten und grundlegendsten Initiativen der SAG beschrieben. Die Ursache für die breite Fächerung der SAG-Aktivitäten gibt Westerkamp, indem sie erklärt, „Die Art der Arbeit ergibt sich aus der Vielfältigkeit der Nöte die uns umgeben“ (Westerkamp in SAG-Ost, 1929, S. 21). Da die Nöte in einem Arbeiterviertel dieser Jahre praktisch unermesslich gewesen sein müssen, kann es auch nicht verwundern, wenn sich die Sozialarbeit der SAG relativ stark auf die Wohlfahrtspflege konzentrierte. Dennoch verstand sie sich auch in Zeiten, als sie ausschließlich Wohlfahrtsarbeit betrieb, beispielsweise in den Nachkriegsjahren, nie als reine Wohlfahrtsorganisation (Gerth, 1975, S. 21). Die Settler unterschieden in ihren Arbeitsbereichen nach Angeboten für Kinder und Jugendliche, Mädchen und Frauen sowie für Erwachsene der Nachbarschaft. Doch bevor auf diese einzelnen Schwerpunkte näher eingegangen wird, noch eine einführende Darstellung der organisatorischen Vorgehensweise des SAG-Gründers.
Seine Übersiedlung von Potsdam-Sanssouci nach Berlin-Friedrichshain und die Niederlassung der SAG im Berliner Osten verstand Sigmund-Schultze nicht als große Gründung, sondern als schlichten Versuch. Vielleicht war das auch einer der Gründe, warum er von Anfang an auf die Einbeziehung und Unterstützung der breiten Öffentlichkeit für sein Vorhaben verzichtete. Im wesentlichen finanziert durch die publizistische Tätigkeit Sigmund-Schultzes sowie durch die monetäre Unterstützung einiger Gönner, konnte die SAG-Ost, bestehend aus Sigmund-Schultze, seiner Ehefrau, seiner Schwester und » drei Studenten im Oktober 1911 ihre Arbeit aufnehmen. Das erste Domizil der Settler war das „Wiederauferstehungshaus des Kapellenvereins“ auf der Friedenstrasse 60 in Berlin-Friedrichshain. Bis zur Auflösung der SAG durch die Geheime Staatspolizei 1940 sollte es eines der bedeutendsten Zentren in der Berliner Nachbarschaftsarbeit bleiben. In den Vorplanungen, die Sigmund-Schultze weitestgehend allein durchführte und die zudem stark an die Schwerpunkte der englischen und amerikanischen Settlements erinnerten, tauchen eine ganze Reihe von » möglichen Arbeitfeldern auf. Faktisch begann die Arbeit jedoch mit der Einrichtung von Knabenklubs, einer Jugendgerichtshilfe, einer Rechtsauskunftstelle und der Durchführung von Männerabenden

Kinder- und Jugendarbeit

Die » Knabenklubs waren in der Tat die erste institutionalisierte Einrichtung der neu gegründeten Sozialen Arbeitsgemeinschaft. In allen Jahren des Bestehens der SAG-Ost gehörte die Klubarbeit zu einem der zentralen Tätigkeitsbereiche der Berliner Nachbarschaftsarbeit. Die Aufnahme der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen war das Ergebnis der Überlegungen, wie am besten mit den misstrauischen Nachbarn in Kontakt zu kommen sei. Die Vorstellung, über die Beziehung „mit noch nicht von Vorurteilen befangenen Menschen“ und durch die Initiierung von Knabenklubs in Verbindung mit den Eltern zu kommen, stellte sich letztlich als erfolgreich heraus (Westerkamp in SAG-Ost, 1929, S.12). Mit der Zeit entwickelten die Mitarbeiter der SAG, die Lindner an dieser Stelle „Menschenfischer“ nennt, ihre eigene » Methode zur Anbahnung des ersten Kontakts. Für Oelschlägel erinnert die Art und Vorgehensweise dabei „durchaus (an) eine frühe Form von Streetwork“ (Oelschlägel in Sozial Extra 11/91, S. 14). Erst wenn die Gruppen eine gewisse Konsistenz aufwiesen und die Studenten mit den Teilnehmern engere Bekanntschaft geschlossen hatten, erfolgte eine » „eindrucksvolle Gründungsveranstaltung“ in den Räumlichkeiten der SAG (Gerth, 1975, S. 28). Das Prinzip der Jugendvereine oder Jugendclubs knüpfte, wie Lindner ausführt, ganz bewusst an den Drang der Jugendlichen an, sich in Banden und Vereinen zu organisieren, um sich auf diese Weise auf der Strasse zu behaupten. Indem die SAG dieses Prinzip aufgriff, berücksichtigte sie nicht nur eine psychische Besonderheit des Jugendalters, sondern sie bewegte sich mit ihrer Jugendarbeit auch dicht an der Alltagswelt der Kinder und Jugendlichen von Ostberlin (Lindner, 1997, S. 89). Mit der Gründung der sogenannten » „Frauenkolonie“ 1913 kommt es zu einer Ausdehnung der Jugendklubangebote auch auf die Mädchenarbeit. Ein Jahr später bestehen bereits 5 Mädchenklubs, die sich allwöchentlich zu Singe-, Spiel-, Lese- und Handfertigkeitsstunden treffen. Für sämtliche Klubarbeitsaktivitäten können drei allgemeine Forderungen aufgestellt werden:

Forderungen an die Klubarbeit
  1. Unbedingte Zuverlässigkeit an den Klubleiter

  2. Die Gestaltung der Klubzusammenkünfte so, dass sie an irgendeinem Punkte über den Alltag hinausgehoben ist

  3. Persönliche Beziehungen des Leiters zu den Eltern seiner Klubkinder – möglichst auf gegenseitiges Vertrauen, auf Freundschaft gegründet

Quelle: Westerkamp in Soziale Arbeitsgemeinschaft Ost, 1929, S. 13

In Anlehnung an die Kinderlandverschickung der Toynbee Hall planten auch die Berliner Klubs eine alljährliche Fahrt in die sogenannte „Ferienkolonie“. Diese für die Kinder besonders erholsame Maßnahme wurde möglich, weil sich im Freundeskreis der SAG und ihres Gründers viele Gutsbesitzer aus Mecklenburg und Pommern befanden, die jeweils dem gleichen Klub jedes Jahr 2-3 Wochen Unterkunft und Verpflegung boten.
Während der Zeit des 1. Weltkrieges kommt die Knabenklub-Arbeit der SAG vollständig zum Erliegen. Der Grund dafür ist in der Tatsache zu finden, dass die Studenten und natürlich fast alle anderen männlichen Mitarbeiter, welche bis dahin den Hauptanteil der Klubarbeit realisierten, im Krieg waren. Die Jugendarbeit dieser Jahre wurde maßgeblich durch die Angebote der Frauenkolonie bestimmt. Bewerkstelligt durch die Hungerhilfe kam es während des Krieges zur Verschickung von SAG-Kindern ins neutrale Ausland (Dänemark, Schweden, Schweiz). In den Nachkriegsjahren stand auch im Rahmen der Jugendklubs die Nothilfe gegen Hunger und Verwahrlosung im Vordergrund der Arbeit, weshalb der Versöhnungsgedanke merklich zurück trat (Gerth, 1975, S. 40). In der Epoche der Weimarer Republik erlebt die Klubarbeit, schon allein durch die ausreichende Anwesenheit von studentischen Klubleitern, eine Renaissance.
Als die SAG 1920 die Gelegenheit bekommt, mit Hilfe einer zweckgebundenen Spende einer niederländischen Hilfsorganisation, den » „Ulmenhof“ in Wilhelmshagen bei Berlin zu kaufen, veränderte sich die praktische Arbeit. Für die Jugend- und Sozialarbeit der SAG kommt es zu einer Erweiterung der Möglichkeiten insbesondere durch die Einrichtung eines Dauerkinderheims sowie eines » Heilerziehungsheims für psychisch kranke Kinder. 1925 eröffnete auf dem „Ulmenhof“ ein Schulkindergarten, der mit eigens von der SAG hergestellten Schulmaterialien versuchte, 15 Kinder, die bis dahin als „nicht beschulbar“ galten schulfähig zu machen. Aus dieser Initiative heraus entsteht 1927 die erste Erziehungsklasse, ein Vorläufer der heute bekannten „Sonderschulen für Erziehungshilfe“. Ebenfalls erwähnenswert ist die Einrichtung der durch die Stadt Berlin getragenen einjährigen „Haushaltsschule für Kriegswaisen“ und das Volkhochschulheim, welches ebenfalls 1927 mit seinen Kursen beginnt (Gerth, 1975, S. 42)

Erwachsenenarbeit/Bildungsarbeit

Das Kernstück der Arbeit mit den Erwachsenen bildeten die Männerabende, die zeitweise auch Nachbarabende hießen. Hier trafen sich fast 30 Jahre lang Studenten und Arbeiter, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Als Treffpunkt diente dabei ein für beide Seiten unverfänglicher Ort, der zudem leicht und ohne Gesichtsverlust für die Arbeiter aufzusuchen war. So ein typischer Ort konnte beispielweise das Hinterzimmer einer Ostberliner Kneipe sein. Die Abende folgten immer einem festen Schema:

  1. Eröffnung durch einen Mitarbeiter der SAG-Ost
  2. Referat eines Sachverständigen
  3. Diskussion zwischen den Anwesenden

Für die Diskussionen galt, dass explizit jede Wortmeldung zugelassen war und keine der Äußerungen unterbrochen oder gestört werden durfte. Damit die Arbeiter tatsächlich aus ihrem Leben und ihrer Weltanschauung berichteten, hatte jede inhaltliche Steuerung strikt zu unterbleiben. Der Mitarbeiter der SAG, der diese Abende leitete, durfte demgemäss nur in den technischen Ablauf der Veranstaltung eingreifen. In den ersten Jahren nach Gründung der SAG übernahm Sigmund-Schultze selbst die Leitung der Männerabende. Den Studenten empfahl er – bis auf weiteres – als Zuhörer und Diskussionsteilnehmer an diesen Runden teilzunehmen, um so die unterschiedliche Denk- und Sprachweise kennenzulernen. Seiner Meinung nach waren die Studenten noch „zu stark in ihrer Herkunft und möglicherweise auch ihrer Studienwelt befangen, ... um den richtigen Ton zu finden“ (Gerth, 1975, S. 29). Die Bedeutung welche den allwöchentlichen Zusammenkünften eingeräumt wurde, erschließt sich zusätzlich mit dem Wissen, dass später eigens für diesen Bereich ein fester Dauermitarbeiter beschäftigt wurde.
Zu den klassischen Bildungsangeboten der SAG in Ostberlin und später auch auf dem „Ulmenhof“ gehörten die volkshochschulähnlichen Unterrichtskurse in Englisch, Stenographie und Literatur. Ein anfänglich eingerichteter Zeichenkurs wurde bereits 1912 wieder aufgegeben. In ihrer Weiterentwicklung wurden die Unterrichtskurse in Form der Abend- und Volkshochschule verinstitutionalisiert. Gerade der Bildungsgedanke erschien den Mitarbeitern der SAG eine adäquate und vor allem nachhaltige Antwort auf die Arbeiterfrage (soziale Frage) zu sein. Volksbildung wurde somit zu einem „Instrument einer Integrationspolitik gegenüber den Arbeitern“ (Oelschlägel in Sozial Extra, 11/1991, S. 14). In dieser Ausführung werden die Parallelen zu den beiden bekanntesten Settlements jener Jahre, Toynbee Hall und Hull House besonders deutlich.
In punkto Geselligkeit dürfen neben einem Turn- und Kegelklub für ältere Arbeiter auch die vielfältigen Nachbarschaftsfeste auf dem Wilhelmshagener „Ulmenhof“ nicht unerwähnt bleiben. Die kulturelle Angebotspalette bestand anfangs nur aus den gut besuchten Theaterabenden und Weihnachtsfesten. Wenig später wird das SAG-Kulturprogramm durch wiederkehrende Konzerte, Lesungen, Dichterabende, Kunstausstellungen sowie Jahres-Singewochen komplettiert.
Da sich die finanzielle Situation der SAG nach dem Krieg zusehends verschlechtert, suchen die Verantwortlichen verstärkt nach einem Betätigungsfeld, das die anderen Arbeitsbereiche unterstützt und gleichzeitig keine eigenen Kosten verursacht. In diesem Kontext ist die Übernahme des Ledigenheims in Moabit 1920 zu sehen. Faktisch erfolgte damit die Ausdehnung der Arbeit auf den proletarischen Norden Berlins. Obwohl das Heim mit durchschnittlich 240 Plätze ausgelastet war und über tausend Mahlzeiten täglich ausgeliefert wurden, gelang es nicht, Gewinn zu erzielen. Immerhin erfordert die Einrichtung keine Zuschüsse und sorgt somit für ein wenig finanzielle Sicherheit in einer turbulenten Zeit.
Ebenfalls erwähnenswert erscheint die schon bald nach der Gründung eingerichtete Arbeitslosenberatungsstelle und die ihr angegliederte Arbeitsvermittlung. Die Rechtsauskunftstelle, welche an die gleichnamige Einrichtung des Hamburger Volksheimes erinnert, nimmt bereits mit dem Gründungsdatum die Arbeit auf. Wie Gerth ausführt, handelte es sich bei der Rechtsberatung vielmehr um Formulierungshilfen bei Eingaben und Beschwerden an Behörden, als um tatsächliche Rechtsfragen (Gerth, 1975, S. 29). Dennoch gingen ihre Aufgaben nach dem ersten Weltkrieg an die neueingerichteten gemeinnützigen Rechtsberatungsstellen der Berliner Wohlfahrtsämtern über.

Jugendgerichtshilfe

Als die SAG-Ost 1911 gegründet wurde, gab es bereits ein entsprechendes » Jugendgericht in Berlin. Ausgelöst durch den Bedarf, der mit der Notwendigkeit, die Lebensverhältnisse des Jugendlichen Delinquenten zu ermitteln und diese dann ins Verfahren einzubringen, einherging, beschloss Sigmund-Schultze eine derartige Institution unter dem Dach der SAG zu initiieren.

Aufgaben der Jugendgerichtshilfe um 1911
  • Lebensverhältnisse des Jugendlichen erforschen

  • Untersuchung der Umstände, die zur Tat führten

  • Beurteilung der Persönlichkeit des Angeklagten

  • Einsichtfähigkeit in die Strafbarkeit des Verhaltens beurteilen

Quelle: Gerth, 1975, S. 28

Wie aus der Übersicht leicht zu entnehmen ist, bot sich an dieser Stelle die Möglichkeit, gedeckt „durch einen Rechtstitel..., notfalls auch mit Zwang in bestimmte Familien hineinzukommen, die sonst jedem Zugang verschlossen geblieben wären“ (Protokoll einer Arbeitsbesprechung zitiert in Gerth, 1975, S. 28). Da sich an die Betreuung im Rahmen der Jugendgerichtshilfe häufig ein Schutzaufsichtsmandat anschloss, bestand zudem die Gelegenheit, das Vertrauen der Eltern des Schützlings zu erwerben. Die Aktivitäten reichten dabei von gemeinsamen Ausflügen, über gegenseitige Besuche, bis hin zur Vermittlung einer neuen Arbeitsstelle. Desweiteren versuchten die Mitarbeiter der SAG, bestimmte Jugendliche in die bestehenden Klubs einzugliedern, was jedoch mit enormen Schwierigkeiten verbunden war und letztlich nur bei den Jugendlichen gelang, die schon jahrelang unter Schutzaufsicht standen (Gerth, 1975, S. 28).

Kaffeeklappe

Die sogenannte Kaffeeklappe war die erste Einrichtung der SAG zu ihrer Gründungszeit (bis 1914), die in keiner Vorplanung vorkam. Vielmehr war sie ein direktes Ergebnis der » Beobachtungen Sigmund-Schultzes. Seine Aufmerksamkeit erregte zum einen die Scharen von jungen Burschen, die beschäftigungslos auf den Strassen herumlungerten, da sie vermutlich ohne Unterkunft waren, und zum anderen der überhandnehmende Alkoholkonsum unter den Arbeitern, der sich in der fast lückenlosen Abdeckung des Ostberliner Stadtgebietes mit Kneipen widerspiegelte. Um diesem Missstand eine Alternative entgegenzusetzen, mietete die SAG im Nachbarhaus einen unbenutzten Laden an, den sie wie eine übliche Kneipe einrichtete. Im Unterschied zu den herkömmlichen Lokalitäten kamen in der Kaffeeklappe jedoch vorwiegend Kaffee, Limonade, Weißbier, Schrippen, Schnecken und ähnliches Gebäck zum Verkauf. „Hier konnte man dann bei einer Tasse Kaffee zu 5 Pfennig stundenlang sitzen, mit den Kameraden Skat, wohl auch Mühle oder Dame oder gar Schach spielen, oder auch sich nur einfach unterhalten. Es gab keinen Zwang, nicht einmal eine Andeutung, das man etwas ‘verzehren’, dass man eine Zeche machen müsse, in dieser merkwürdigen Kneipe“ (Gramm zitiert in Gerth, 1975, S. 30). Neben der „alkoholprophylaktischen Aufgabe“ der Kaffeeklappe, bot sie sich freilich auch als Kommunikationsort und „Kristallisationspunkt für die Erwachsenarbeit und -bildung der SAG ... (sowie als) Versammlungsort für einige Jugendklubs“ an (Hetscher/Steigerwald in Lindner, 1997, S. 189). Für die Studenten bedeutete dieses etwas andere Kaffeehaus eine einzigartige Möglichkeit, auf recht unspektakuläre Weise die Art der Arbeiter kennenzulernen und gegebenenfalls mit ihnen Freundschaft zu schließen. An dieser Stelle wird die Umsetzung des Ziels, durch persönlichen Kontakt Einfluss auf die Lebensführung der Bewohner zu nehmen, besonders deutlich. In den Kriegsjahren wird in den Räumen der Kaffeeklappe zusätzlich eine Volksküche eingerichtet.
Bedingt durch den akuten Mangel an Arbeitskräften schließt das Kaffeehaus der SAG 1916 wieder. Im selben Jahr eröffnete jedoch eine von der Intention ähnlich geartete » Gastwirtschaft. » Wenzel Holek, der selbst aus dem Arbeitermilieu stammt und vom Volksheim Großzschocher bei Leipzig zur SAG wechselt, übernimmt die organisatorische und inhaltliche Gestaltung.

Ausweitung der SAG über ganz Deutschland

Das Berliner Modell einer Sozialen Arbeitsgemeinschaft zwischen Arbeitern und gebildeten Bürgern fand noch in den Vorkriegsjahren in anderen Universitätsstandorten Nachahmer. Beispielweise In Halle/Saale betrieb die dortige SAG ebenfalls vornehmlich Jugendklubarbeit, während in Leipzig und Breslau eher Obdachlosenarbeit und Jugendgerichtshilfe im Vordergrund der Aktivitäten standen. Nach dem Krieg kam es wieder verstärkt zur Gründung von deutschlandweiten Ortsgruppen der SAG. So sind an dieser Stelle die Initiativen in Barmen, Bielefeld, Frankfurt am Main, Görlitz, Jena, Köln, Marburg, Niesky, Stettin, Vlotho, Wernigerode und Basel zu nennen. Anzumerken ist jedoch, dass die Ortsgruppen in der Regel weniger stabil und kontinuierlich arbeiteten als die SAG-Ost in Berlin. Dessen ungeachtet schlossen sich 1925 alle zu diesem Zeitpunkt existierenden Sozialen Arbeitsgemeinschaften und Volksheime zu der „Deutschen Vereinigung der Nachbarschaftssiedlungen“ zusammen (Oelschlägel in Sozial Extra, 11/91, S. 14). Auf diese Weise entstand die erste überregionale Interessenvertretung deutscher Nachbarschaftshäuser und Settlements.

Historische Bedeutung

Soll die historische Bedeutung der SAG-Ost eingeordnet werden, so muss zunächst einmal zur Kenntnis genommen werden, dass schon allein aufgrund der Vielzahl von Aktivitäten, Projekten sowie Theorien, gleich mehrere Stränge für dieses Prädikat in Frage kommen. Die SAG-Ost vermochte es, mit ihrem immerhin fast dreißig Jahre währenden Experiment, eine soziale Arbeitsgemeinschaft zwischen Arbeitern und Bürgern zu gründen und aufrecht zu erhalten, in jedem Fall Maßstäbe in Hinblick auf vernetztes Denken und Sozialraumbezug zu setzen (auch wenn diese Begriffe erst viel später zum Pflichtvokabular der GWA gehören sollten). Als durchaus wegweisend kann auch ihr Beitrag zur Entwicklung der christlichen Sozialarbeit in Deutschland bezeichnet werden.
Indem die SAG-Ost die Fehler des Hamburger Volksheimes vermied, sich zudem – gerade was ihr weltanschauliches Fundament anging – stärker an der Londoner Toynbee Hall orientierte, stellt sie das erste real existierende Settlement auf deutschem Boden dar. Die SAG-Ost trat damit den Beweis an, dass sich die englische Idee des Siedelns unter den Armen, durchaus mit Erfolg auf Deutschland übertragen ließ. Da die Settlement-Bewegung als einer der entscheidenden Einflussfaktoren für die Entwicklung der GWA hierzulande gilt, können folglich auch die Initiativen der SAG als „Schrittmacher der Methode der Gemeinwesenarbeit“ gesehen werden (Gerth, 1975, S. 106). Beachtlich ist auch die große Zahl an Ortsgruppen und SAG-Ableger, die deutlich machen, wie stark der Glaube an die von der SAG definierten Leitvorstellungen und Ziele im wilhelminischen Deutschland und auch noch in der Weimarer Republik war. Überhaupt stellt der christliche Glaube mit seinem impliziten Auftrag zum Dienst am Anderen, den Postulaten der Nächstenliebe und der Barmherzigkeit, die wesentlichste Motivationsquelle der Männer und Frauen um Sigmund-Schultze dar. Die durch ihr entschlossenes Handeln entstandene Vielfalt an unterschiedlichen Arbeitsansätzen und –feldern verdeutlicht noch einmal die enorme Zugkraft religiöser Grundüberzeugungen.
Wenn auch die Gesamtheit der Arbeitsansätze eher zufällig wirkt und sich dabei mit der diffus wirkenden Gesamttheorie der SAG ergänzt, kann doch festgehalten werden, dass der SAG eigene Ansatz, von der Not und dem Hilfebedarf der umwohnenden Bewohner auszugehen, den heute aktuellen Konzepten der Lebenswelt- und Ressourcenorientierung erst den Weg ebnete. Die Unklarheiten und mitunter auch Widersprüchlichkeiten in der SAG-Theorie wurden deutlich, als es ein Jahr nach der Gründung darum ging, die entstandene Organisation in einen rechtlichen Status zu überführen. Bei der Formulierung der Vereinssatzung und da vor allem beim Zweckparagraphen tauchten ernsthafte Schwierigkeiten auf, die geleisteten sowie die anvisierten Ziele und Grundsätze in ein allgemeingültiges Raster zu bringen. Letztlich entschied sich Sigmund-Schultze für eine oberflächliche und » wenig aussagekräftige Formulierung. Gerade in der Frage der Politisierung der Sozialen Arbeit wird die Zerrissenheit bzw. Zweigleisigkeit der SAG besonders deutlich. Aus ihrem Grundsatzprogramm ließ sich ohne weiteres das Postulat politischer Abstinenz ableiten, dessen ungeachtet führte die Realitätsnähe der Mitarbeiter jedoch zu einer gegenteiligen Reaktion. Ihr politisches Engagement gipfelte letztlich sogar in Überlegungen eine christlich-kommunistische Partei zu gründen. Ähnlich verhielt es sich auch mit dem Leitbild einer freiwilligen Volksgemeinschaft. Für Gerth liegt jedoch die Vermutung nahe, „dass ohne die Gemeinschaftsideologie der SAG von den Mitarbeitern nie die Kraft auf persönlich bestimmte Arbeit gewandt worden wäre, wie dies tatsächlich der Fall war“ (Gerth, 1975, S. 97).
Ebenfalls als wichtiger, wenn auch fast in Vergessenheit geratener, historischer Verdienst, kann die Herausarbeitung sozialarbeiterischer Grundprinzipien, so zum Beispiel Achtung und Respekt vor der persönlichen Integrität eines hilfebedürftigen Menschen oder die Kontaktanbahnung mit noch nicht von Vorurteilen belasteten Menschen gelten.
Auch die ehemalige Mitarbeiterin Sigmund-Schultzes und spätere Leiterin der Kölner SAG, » Hertha Kraus, trug wesentlich dazu bei, dass die Erfahrungen der Nachbarschaftshausbewegung nach dem zweiten Weltkrieg nicht vollständig in Vergessenheit gerieten. Mit der von ihr initiierten Neugründung eines Nachbarschaftshauses in Berlin, durch die Religionsgemeinschaft der Quäker, knüpfte sie an die lange sowie traditionsreiche Arbeit der Settlements an und legte ferner den Grundstein für weiteres bürgerschaftliches Engagement im Rahmen von Nachbarschaftshilfe.

Grafik zu den Tätigkeitsschwerpunkten in Berlin und Umgebung 1911-1940

Grafik: Götze


Fragen zur Sozialen Arbeitsgemeinschaft Ost

  • Was macht die SAG-Ost im Ensemble der deutsch Nachbarschaftshäuser und –heime einmalig?
  • Was veranlasste Sigmund-Schultze dazu, seine Stelle an der kaiserlichen Hofkirche aufzugeben und stattdessen ein Settlement im berüchtigtem Berliner Osten zu gründen?
    Bestimmen Sie auch in Rückkopplung mit dem Verhältnis der Arbeiterschaft zur Kirche/Religion die Gradwanderung die es dabei zu meistern galt.
  • Nennen Sie die Ziele der SAG-Ost und stellen Sie diese denen der Londoner Toynbee Hall gegenüber. An welchen Stellen sind Abweichungen zu erkennen und woraus resultieren diese?
  • Wählen Sie sich aus den vier wichtigsten Leitvorstellungen Sigmund-Schultzes eine aus und beschreiben Sie diese näher. Halten Sie es für möglich, dass es auch heutzutage Menschen gibt, die aufgrund solch einer Grundüberzeugung, den Entschluss fassen sozial tätig zu werden? Begründen Sie ihre Antwort.
  • Welche Vorteile sah der Sigmund-Schultze – genau wie seine englischen und amerikanischen Kollegen – bei der Einbeziehung von Studenten in die praktische Arbeit?
  • Die Jugendklubarbeit der SAG orientierte sich bewusst an den alltagstypischen Banden- und Cliquenbildungstrieb der Jugendlichen. Beschreiben Sie die Art und Weise der ersten Kontaktaufnahme. Warum war es gerade so wichtig mit den Jugendlichen in Kontakt zu kommen?
  • Vergleichen Sie die Konzepte der SAG-Ost, des Hamburger Volksheimes und das des Hull House im Hinblick auf die Idee und die praktische Umsetzung. Wenn Sie eine Kritik an der SAG-Ost formulieren müssten, wo würde diese ansetzen?
  • Wie ist es zu erklären, das die SAG – im Unterschied zum Hamburger Volksheim – ihre Arbeit über annähernd 30 Jahre kontinuierlich fortführen konnte?
  • Streichen Sie die Relevanz der SAG-Ost für die Entwicklung der Gemeinwesenarbeit an zwei geeigneten Beispielen heraus.