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Stadtteilbezogene Multimedia-Initiative Hannover-Kronsberg

Geschrieben von Wolfgang Prauser am .

Kontakt:

Wolfgang Prauser, Landeshauptstadt Hannover, Bereich Stadtteilkulturarbeit, Friedrichswall 15, 30159 Hannover, Tel.: 0511/168-46458, Fax: 0511/168-42144, eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Inhalt:


Einleitung

Die neuen Medien erfahren derzeit eine rasante Verbreitung, ihre Bedeutung in der Gesellschaft wächst entsprechend. Kenntnisse im Umgang mit diesen Medien werden zunehmend entscheidendes Kriterium bei Stellenneubesetzungen, BürgerInnen ohne Zugang werden immer stärker von Informationsquellen abgeschnitten.
Die hieraus sich ergebende Ausgrenzung meist ohnehin bereits benachteiligter Bevölkerungsgruppen (Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger), aber auch ausländischer oder älterer BürgerInnen wird immer wieder durch Untersuchungen belegt. Besonders gefährdet sind hierdurch insbesondere Jugendliche aus sozial schwierigeren Verhältnissen, denen fehlende PC-Kenntnisse ihre ohnehin geringen Berufschancen weiter verschlechtern und somit lebenslängliche Perspektivlosigkeit droht.
Im Rahmen des Multimedia-Projektes am Kronsberg sollen "breite Bevölkerungskreise" an die Arbeit mit dem PC herangeführt werden. Nicht nur den bereits Interessierten sollen Angebote gemacht werden, sondern durch gezielte Werbung und Motivationsarbeit sollen besonders auch die Gruppen einbezogen werden, die sich bislang vor der Arbeit am Computer gescheut haben.
Gerade das konzeptionelle Umfeld am Kronsberg (ressortübergreifende Stadtteilarbeit; sehr enge Vernetzung mit anderen Einrichtungen, Diensten und Initiativen) bietet dabei beste Voraussetzungen für die Einbindung bislang nicht erreichter Personengruppen.
Über öffentlich zugängliche PCs mit kostenfreiem Internetzugang, unterschiedliche – auch niedrigschwellige – Projektangebote, sowie einem abgestuften Schulungsprogramm und anschließender Nutzungsmöglichkeit sowohl für Einzelpersonen als auch als Arbeitsmittel für engagierte BürgerInnengruppen sollen diese sozialen Barrieren abgebaut, ein demokratischer Zugang zu den neuen Medien ermöglicht und gefördert werden.
Die Initialzündung für das geplante Projekt erfolgte Anfang 2001 im Zusammenhang mit einem bewilligten Förderantrag im Rahmen des Programmes "Bibliotheken ans Netz" des Bundesministeriums für Bildung & Forschung.


Der Kronsberg - ein neuer und zukunftsweisender Stadtteil in Hannover

Nachhaltige Stadtteilentwicklung

Am Kronsberg am südöstlichen Rand von Hannover entsteht seit 1996 ein neuer Stadtteil mit bis zu 6.000 Wohnungen für ca. 15.000 Einwohnerinnen und Einwohner, rund 3.000 dieser Wohnungen sind bereits fertiggestellt.
Die Stadt Hannover verbindet mit der Gestaltung des neuen Stadtteiles - auch im Hinblick auf die Themenstellung der Weltausstellung EXPO 2000 - den Anspruch und die Herausforderung, zukunftsweisende Ansätze und Wege für eine nachhaltige Stadtentwicklung (Städtebau und Landschaftsplanung, Ökologie und Technik, kulturelles und soziales Leben) zu verwirklichen: Es soll ein sozial- und umweltverträglicher Stadtteil mit einem lebendigen und tragfähigen lokalen Gemeinwesen entstehen, in dem die Bewohnerinnen und Bewohner die Möglichkeit haben müssen, ihren Lebenszusammenhang in verschiedenen Bereichen aktiv zu gestalten.
In der Vergangenheit sind neue Stadtteile häufig zunächst weitgehend ohne soziale und kulturelle Infrastruktureinrichtungen entstanden. Dies führte in der Folge oftmals zu Anonymität, geringer Identifikation mit dem Wohnquartier, Vandalismus und auch zu sozialen Spannungen. Am Kronsberg dagegen wurde die notwendige soziale und kulturelle Infrastruktur bereits parallel zum Wohnungsbau errichtet.


Das Stadtteilzentrum "KroKuS" - Treffpunkt der Generationen

Vernetzte Stadtteilarbeit

In den bestehenden Stadtteilen Hannovers werden Bürgerinteressen und -nöte bislang von unterschiedlichen kommunalen Diensten aufgegriffen.
Am Kronsberg hat die Stadt Hannover im Rahmen eines integrativen Ansatzes den gesamten Bereich der sozialen und kulturellen Stadtteilarbeit in einem ganzheitlichen Arbeitsfeld zusammengeführt: Soziale, kulturelle - und am Kronsberg erstmals auch ökologische - Inhalte sollen alters- und zielgruppenübergreifend umgesetzt werden. Hierdurch besteht in besonderem Maße die Möglichkeit, die Lebenswelten ganzheitlich zu berücksichtigen und damit auch z.B. Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit generationsübergreifenden familien- und nachbarschaftsbezogenen Angeboten anzusprechen.
Dieser Arbeitsansatz wird durch ein ressortübergreifendes Team für Stadtteilarbeit realisiert, das seine Arbeitsschwerpunkte nicht mehr an Ämtergrenzen oder festgelegten Zielgruppen orientiert, sondern ganzheitlich und flexibel auf die Bedürfnisse im Wohngebiet reagiert.

Stadtteilzentrum "KroKuS"

Als zentrale Infrastruktureinrichtung und von Kinder und Jugendliche, Familien und Senioren generationsübergreifend genutzter Treffpunkt wurde am 03.05.2000 das soziale und kulturelle Stadtteilzentrums "KroKuS" eingeweiht, das für diesen vernetzten Ansatz als Vorhaben des EXPO-Projektes "Stadt als sozialer Lebensraum" anerkannt wurde.
Für unterschiedlichste Aktivitäten stehen im Gebäude neben einem Saal für ca. 200 Personen Gruppenräume unterschiedlicher Größe, Werk- und Kreativbereiche, ein PC-Unterrichtsraum, das nichtkommerzielle "Jugend-Café" sowie eine ca. 370qm großen Bibliothek zur Verfügung.
Bereits in der Konzeptionierungs-phase dieser Bibliothek wurde ein starkes Augenmerk auf die "neuen" Medien gerichtet: Neben Büchern, Zeitschriften, Audio- und Video-Cassetten, sowie Musik-CDs wurde auch eine große Anzahl verschiedenster CD-ROMs und DVDs angeschafft.
Neben den Kontakten zu den TeilnehmerInnen der Vielzahl eigener Veranstaltungen bietet das Stadtteilzentrum KroKuS durch die Moderation von Koordinationsrunden örtlicher sozialer und kultureller Einrichtungen eine optimale Möglichkeit, auch andere Träger aus dem Einzugsbereich mit wiederum deren - meist benachteiligte - Besuchergruppen (z.B. Behinderte, Aussiedler, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger, Alleinerziehende etc.) in Kooperationsprojekte einzubeziehen.

Bürgerfreundliche Öffnungszeiten

Das Stadtteilzentrum "KroKuS" ist jeden Tag von früh bis spät geöffnet: Montags bis Freitags von 7.00 bis 22.00 Uhr, Samstags und Sonntags mindestens von 10.00 bis 19.00 Uhr. Während dieser gesamten Zeit (93 Stunden pro Woche!) ist auch eine Nutzung der Computer durch EinzelbesucherInnen oder Gruppen grundsätzlich möglich.


Multimediaprojekt: Organisation & Finanzen

"AG Multimedia Kronsberg"

Im Stadtteilzentrum KroKuS wurde zur Entwicklung und Koordination des Multimediaprojektes eine wöchentlich tagende Arbeitsgruppe gegründet, der derzeit u.a. verschiedene MitarbeiterInnen des Zentrums, sowie Vertreter des Projektpartners "Seniorenbüros Kirchrode" angehören. In dieser Arbeitsgruppe werden sowohl Lösungen für immer wieder mal auftretende Probleme im technischen Bereich besprochen, vor allem aber laufende Angebote regelmäßig reflektiert und ggfls. verändert, sowie neue Projektideen entwickelt.
Im Dezember 2001 konnte endlich eine lange geplante ABM-Stelle speziell für den Multimedia-Bereich besetzt werden, sodass nun mehr zeitliche Kapazitäten für die weitere Entwicklung des Projektes zur Verfügung stehen. Träger dieser AB-Maßnahme ist das "Bürgerforum Bemerode-Kronsberg e.V." als weiterer Projektpartner.

Öffentlichkeitsarbeit

Die Werbung für die einzelnen Vorhaben erfolgt über:

  • Einen Infoflyer mit Vorstellung des "Standardangebotes"
  • Abdruck der jeweils aktuellen Termine im monatlich erscheinenden Veranstaltungskalender (auch im Internet)
  • Aushang verschiedener Plakate zu einzelnen Angeboten
  • Presseveröffentlichungen
  • Persönliche Ansprache von BürgerInnen, sowie MitarbeiterInnen anderer Einrichtungen

Laufende Kosten & Finanzierung

Die neu eingerichtete ABM-Stelle in der Trägerschaft des "Bürgerforums Bemerode-Kronsberg e.V." wird finanziert über AB-Mittel des Arbeitsamtes, sowie eine Spitzenfinanzierung der Stadt Hannover.
Die einzelnen Kurse werden kostendeckend aus den Teilnehmerbeiträgen finanziert. In die Kursgebühren sind Kostenanteile für die Gerätenutzung (für Ersatzbeschaffungen bei Hard- und Software) eingerechnet worden.
Multimedia-Projekte (oftmals für weniger finanzstarke Zielgruppen) werden anteilig aus Teilnehmergebühren und dem Veranstaltungsetat des Stadtteilzentrums finanziert.
Ausleihbare Begleitmaterialien (Handbücher, Selbstlernsoftware) können überwiegend von der Bibliothek beschafft und zur Verfügung gestellt werden.


Multimedia-Initiative Kronsberg: Inhaltliche Schwerpunkte

Zielsetzung des stadtteilbezogenen Multimedia-Projektes am Kronsberg ist es, in einem überschaubaren regionalen Zusammenhang (Stadtbezirk Kirchrode-Bemerode-Wülferode) eine möglichst hohe Zahl von BürgerInnen unterschiedlichster Alter- und Zielgruppen unabhängig von ihrer sozialen Situation für Arbeiten am PC zu qualifizieren. Dies soll zum einen erreicht werden über eine Einbeziehung bereits bestehender Gruppen im Stadtteilzentrum, sowie eine enge Kooperation auch mit anderen Akteuren (Seniorenbüro, Schulen, Kindertagesstätten, Jugendhilfestützpunkt, Bürgerforum usw.)
Darüberhinaus soll ein abgestuftes Angebot für die unterschiedlichsten Zielgruppen und deren Bedürfnisse entwickelt werden. Eine angemessene Dokumentation soll die Auswertung und Übertragbarkeit auf andere Einrichtungen ermöglichen.

Öffentliche PC-Nutzungen

Öffentliche PC-Nutzungszeiten sollen auch denjenigen, die sich selbst einen Computer nicht leisten wollen oder können, eine zeitweise Nutzung der neuen Medien ermöglichen.
Während dieser öffentlichen Nutzungszeiten wird von den NutzerInnen weitgehend eigenständiges Arbeiten erwartet, eine intensive persönliche Anleitung ist in dieser Zeit nicht vorgesehen, allerdings wurden einfache Handreichungen organisiert, die den BürgerInnen die Nutzung erleichtern:

  • Auf den Internet-Browsern ist eine Portalseite (www.nananet.de/kirchrode/multimedia) als Startseite installiert, auf der Suchmaschinen, sowie Informationen aus der Stadt und dem Stadtbezirk übersichtlich zur Nutzung angeboten werden. Ausgewählte Links für spezielle Zielgruppen sollen im zweiten Projektjahr ergänzt werden.
  • Die Bibliothek hat unterschiedliche Selbstlern-Software für verschiedene PC-Programme zur Ausleihe (und auch zur Nutzung an den öffentlichen Computern im Stadtteilzentrum) angeschafft.
  • Auf den Rechnern in der Bibliothek wird wechselnd ausgewählte "Software des Monats" (Nachschlagewerke, Spiele, Lernprogramme usw.) installiert, die dann ohne große Vorkenntnisse getestet werden kann.

Neben den öffentlichen PCs in der Eingangshalle und der Bibliothek werden auch die Computer im PC-Schulungsraum 2mal wöchentlich für öffentliche Nutzungen reserviert. Diese Zeiten werden personell betreut, dies ermöglicht

  • eine gewisse Hilfestellung bei kleineren Fragen und Problemen

  • auch Office-Programme und Fotobearbeitungssoftware für die öffentliche Nutzung bereitzustellen.

Nachdem diese öffentlichen Termine und auch die Rechner in der Bibliothek anfangs fast ausschließlich von (weiblichen) Jugendlichen zum Dauer-Chatten genutzt wurden, konnte seit Herbst 2001 ein offenes Angebot "Kreativ am PC" speziell für diese Zielgruppe entwickelt werden, das alternative Nutzungsmöglichkeiten der "Neuen Medien" vermittelt.
Dieses wöchentliche Angebot ist inzwischen so stark nachgefragt, dass ein weiterer wöchentlicher Termin angedacht ist.
Neben dieser Zielgruppe nutzen auch zunehmend stärker Erwachsene die Rechner im Unterrichtsraum für einzelne Arbeiten (Internetrecherche, Bewerbung schreiben).

Einbindung in Projektzusammenhänge

Durch die Kooperation innerhalb des ämterübergreifenden MitarbeiterInnenteams vor allem aus Bibliothekskräften und SozialarbeiterInnen bestehen Kontakte zu BürgerInnen unterschiedlichster Altersgruppen und Herkunft. Es ist sowohl vorgesehen, die Arbeit mit den neuen Medien in die bereits bestehende Arbeit mit den verschiedenen Zielgruppen (Kinder, Jugendliche, Familien etc.) einzubeziehen, als auch neue medienorientierte Arbeitsfelder in der Stadtteilarbeit zu entwickeln. Eine angeleitete Internet-Recherche mit dem bestehenden Harry-Potter-Club ist ebenso vorgesehen wie z.B. ein Wochenende mit Jugendlichen zum Thema "Musikproduktion am PC" oder familienbezogene Computerprojekte (z.B. "Vater-Kind-Gruppen").
Das Seniorenbüro aus dem benachbarten Stadtteil Kirchrode nutzt die Multimedia-PCs bereits intensiv: Dieser Zusammenschluss ehrenamtlich aktiver SeniorInnen hatte 1999 bereits eigenständig eine stadtweite Internet-Projektwoche in Kooperation mit dem Bundesfamilienministerium und dem Senioren-Infomobil organisiert und durchgeführt.
Das Seniorenbüro betreut im Stadtteilzentrum KroKuS u.a. einen Senioren-Internet-Arbeitskreis mit rund 35 Mitgliedern. Darüberhinaus bietet das Seniorenbüro wöchentlich mehrere unterschiedliche PC-Kurse speziell für SeniorInnen an. Ehrenamtlich wird seit ca. 1/2 Jahr von einem kompetenten "Ruheständler" eine wöchentliche kostenlose PC-Sprechstunde für alle Altersgruppen angeboten.
Seit etlichen Monaten arbeitet im Stadtteilzentrum KroKuS eine "AG Stadtteilinformation" daran, vielfältigste Informationen aus dem Stadtbezirk für ein lebensweltorientiertes Bürgerinformationssystem im Internet zusammenzutragen und aufzubereiten. Dieses Stadtteilinformationssystem ist unter "http://www.nananet.de/kirchrode" abrufbar und über die Startseite der öffentlichen Internetzugänge weiteren Bevölkerungskreisen erreichbar gemacht worden.

Kooperation mit Schulen, Kindertagesstätten und anderen Einrichtungen im Stadtbezirk

Im Rahmen des Multimedia-Projektes Kronsberg ist vorgesehen, ein schlüssiges Gesamtkonzept für die verschiedenen Altersstufen zu entwickeln und umzusetzen, das die PC-Kenntnisse der Kinder und Jugendlichen deutlich erhöht, sowie verbindliche Lernziele und deren flächendeckende Umsetzung auf der Ebene "Stadtbezirk" zum Ziel hat.
Dabei ist sowohl an Fortbildungen für Multiplikatoren (ErzieherInnen, LehrerInnen) gedacht, aber auch an regelmäßige PC-Projektwochen im Stadtteilzentrum "KroKuS".
In diesem Zusammenhang konnte im Februar 2002 eine einwöchige Fortbildung für Kindertagesstätten im Stadtbezirk organisiert werden: Vom 11. bis zum 13.02.02. arbeiteten 6 Kindertagesstätten aus dem Umfeld des Stadtteilzentrums jeweils einen halben Tag mit einer Kindergruppe unter Anleitung im PC-Unterrichtsraum, anschließend fand eine 2tägige Qualifizierung der MitarbeiterInnen der beteiligten Einrichtungen statt.
Ein gemeinsamer Elternabend während dieser Woche rundete das Projekt ab. Durchgeführt wurde diese Fortbildung der Multimedia-Initiative Kronsberg von ReferentInnen des "Studio im Netz e.V.", die in München bereits mehrfach vergleichbare Qualifizierungen im Kitabereich durchgeführt haben.
Bereits in den letzten Monaten wurde in der Bibliothek im Stadtteilzentrum eine Auswahl an pädagogisch sinnvoller Edutainment-Software angeschafft, die auch den Kindertagesstätten zur Ausleihe zur Verfügung steht. Die Kindertagesstätten machen seit der Fortbildung regelmäßig von dem Angebot Gebrauch, den PC-Raum für eigene Angebote mit ihren Kindergruppen anzumieten.
Mit der Klassenlehrerin und den SchülerInnen einer 7. Klasse der Freiherr-vom-Stein-Realschule im Stadtteil wurde ein gemeinsames Multimediavorhaben durchgeführt, in dessen Rahmen die Jugendlichen sich insbesondere mit dem außerschulischen Bereich auseinandersetzten. Der Frage des interkulturellen Zusammenlebens wurde dabei besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Ergebnis des fast halbjährigen Projektes ist eine selbsterstellte Präsentation auf einer CD-ROM, mit der die Projektgruppe sich beim diesjährigen bundesweiten Siemens-Wettbewerb "Join Multimedia" beworben hat.
Vom 03. bis 09.06.02 fanden erstmals die "Multimedia-Tage Kronsberg" statt: In dieser Woche wurden sowohl öffentlichkeitswirksame Informationsangebote zum Bereich der "Neuen Medien" (z.B. "Digitalfotografie", "Hannover im Internet") angeboten, vor allem aber bereits bestehende Gruppen (z.B. Seniorenkreise, Jugendtreffs, Frauengruppen, Schulklassen) verschiedener Träger im Stadtbezirk eingeladen und mit speziell für sie zugeschnittenen Angeboten (z.B. "Interneteinführung für Aussiedlerinnen" für den Deutschkurs für Frauen im Stadtteilzentrum, "Musik machen am PC" für eine Hortgruppe, "Internet- & Bibliothekseinführung" für eine Schulklasse usw.) an den Computer herangeführt.

Offene PC-Kurse

Neben den einrichtungs- oder gruppenbezogenen Qualifizierungsmaßnahmen sollen unterschiedliche öffentliche Fortbildungsangebote für die verschiedenen Zielgruppen und deren Lernbedürfnisse organisiert werden:

  • Schnupperkurse für diejenigen, die schnell und preiswert nur die allernötigsten Grundlagen erlernen wollen (Ziel: ca. 4 Stunden pro Kurs für 12 € Teilnehmergebühr)
  • PC-Führerscheine für allgemeine Bedarfe, u.a. am heimischen PC (Ziel: ca. 15 Stunden pro Kurs für 64 € Teilnehmergebühr)

Die Kursangebote wurden über Honorarkräfte in Kooperation mit der Volkshochschule organisiert.
Themen der PC-Führerscheinkurse waren Windows, Word, Excel, Internet und Grafikbearbeitung, die Schnupperkurse beschränkten sich auf einzelne Angebote zu Windows, Word und Internetnutzung.

Raumvermietung

Nicht alle Einrichtungen im Stadtteil können sich eine eigene attraktive Multimediaausstattung leisten, zudem macht es die Geschwindigkeit der technischen Entwicklung erforderlich, die teuren Geräte während der wenigen Jahre ihrer Aktualität in hohem Maße auszunutzen.
Insofern wird auch der PC-Schulungsraum im Stadtteilzentrum KroKuS anderen InteressentInnen gegen eine entsprechende Miete (zur Refinanzierung der Geräte) zur Verfügung gestellt.


Multimediaprojekt im "KroKuS": 3 Standorte – 3 Nutzungen

Im Rahmen des Multimedia-Projektes konnten im Stadtteilzentrum KroKuS seit 2001 drei Standorte mit PCs eingerichtet werden, die jeweils für bestimmte Nutzungen optimiert wurden.
Alle PCs an den 3 Standorten sind miteinander vernetzt und gemeinsam über einen Router mit einem T-ISDN-Internet-Zugang verbunden.
Zur Sicherheit der Hard- und Software, sowie zur Unterdrückung von jugendgefährdenden Internetinhalten sind auf allen Rechnern die Schutzsoftware "Norton Internet Security Family Edition" (Viren- und Jugendschutz) und eine "Kaiser-Karte" (Sicherung der Software-Grundinstallation) installiert.

Ein Internet-PC in der Eingangshalle

In der Eingangshalle des Stadtteilzentrums wurde ein PC aufgestellt, der von allen BesucherInnen während der gesamten Öffnungszeiten des "KroKuS" kostenlos genutzt werden kann. Der Rechner ist ausschließlich für das Surfen im Internet eingerichtet.

Öffentliche Multimedia-PCs in der Bibliothek

Als sinnvolle Erweiterung der unterschiedlichsten bereits vorhandenen Medien wurden in der Bibliothek – zusätzlich zum bereits vorhandenen "OPAC"-Rechner – 2 Multimedia-PCs aufgestellt (Pentium 866, Soundkarte, Kopfhörer, CD-ROM, einer zusätzlich mit DVD-Laufwerk), die sowohl den kostenfreien Zugang zum Internet ermöglichen, aber auch spezielle Software für die öffentliche Nutzung bereithalten.
Daneben können hier auch die in der Bibliothek vorhandenen CDs und DVDs probeweise gehört oder angesehen werden. Gleichzeitig wurde der Bestand an CD-ROMS, sowie PC-Literatur im Ausleihbereich erheblich ausgebaut.

PC-Schulungsraum

Ein Gruppenraum des Stadtteilzentrums konnte als PC-Schulungsraum für 12 Personen + Dozenten-Arbeitsplatz eingerichtet werden. Die entsprechenden PCs (Pentium 866, Soundkarte, CD-ROM, Lautsprecher) haben ebenfalls Internet-Zugang, neben der Office-Software wurden auch weitere Programme (Grafikbearbeitung, Desk-Top-Publishing, HTML-Editor etc.) bereitgestellt.
Die Computer sind mit einem gemeinsamen Laser-Drucker verbunden, ein Beamer ermöglicht Projektionen. Bei Bedarf stehen ein Tintenstrahl-Farbdrucker und ein Flachbettscanner zur Installation zur Verfügung.

Investitionskosten & Finanzierung

Die Erstellung des EDV-Raumes und Installation der Netzwerkkabel konnten bereits im Rahmen der letzten Bauarbeiten am Gebäude fast kostenneutral erstellt werden. Für die Möblierung, sowie Hard- und Software wurden in 2001 und 2002 ca. 39.000 € aufgewendet, wobei die städtischen Eigenmittel und die genannten Zuschüsse jeweils ca. 50% betrugen. Gefördert wurden die Anschaffungskosten durch "Bibliotheken ans Netz" (Bundesministerium für Bildung und Forschung), "Aktionsprogramm n-21: Schulen in Niedersachsen online" (Federführung: Kultusministerium des Landes Niedersachsen), Stadtsparkasse Hannover und Bürgerstiftung Hannover.
Mit Ausnahme der öffentlichen PCs in der Eingangshalle und in der Bibliothek müssen die NutzerInnen (bzw. Nutzergruppen) jeweils anteilige Gerätenutzungsgebühren in eine Rücklage entrichten, um eine Neubeschaffung der Geräte nach einigen Jahren sicherzustellen.


Aus den Erfahrungen lernen...

Bundesweite Fachtagung "Neue Medien in der Stadtteilarbeit"

An vielen Stellen wird - mehr oder weniger erfolgreich - mit unterschiedlichen Konzepten versucht, insbesondere auch sozial benachteiligte Personengruppen an die Neuen Medien heranzuführen, um der vielzitierten "Digitalen Spaltung" der Gesellschaft entgegenzuwirken. 
Die "Multimedia-Initiative Kronsberg" hat sich - insbesondere durch die Verbindung mit Elementen von stadtteilbezogener Arbeit, sowie die Vernetzung mit anderen aktiven Partnern im Wohnumfeld - inzwischen zu einem Modellprojekt entwickelt, das vielfältige Anregungen und (freud- und leidvolle) Erfahrungen an andere weitergeben kann. Gleichzeitig ist natürlich auch eine Partizipation an den Erfahrungen anderer Projekte für die weitere Entwicklung des Projekt am Kronsberg unbedingt förderlich.
Vor diesem Hintergrund wird das Stadtteilzentrum - anknüpfend an Erfahrungen mit einer Tagung "Vernetzte Stadtteilarbeit" in 2000 - vom 04. bis 06.09.02 eine bundesweite Fachtagung "Neue Medien in der Stadtteilarbeit" durchführen. Projektpartner hierbei sind bislang das Kulturamt Hannover/das Stadtteilzentrum KroKuS, der "Bundesverband für sozialkulturelle Arbeit e.V." (Köln), sowie die Internetseite www.stadtteilarbeit.de.