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Stadtteilarbeit und Finanzierung

Geschrieben von Andreas Bodamer-Harig am .

Beispiele für Projektfinanzierung im Stadtteil Hannover-Sahlkamp


Kontakt:

  • Selbsthilfe Sahlkamp e.V., Elmstr. 15, 30657 Hannover, Tel. 0511-16848054, Fax 0511-16848055. Ansprechpartner: Andreas Bodamer-Harig.
  • Stadtteilbauernhof e.V., Rumpelstilzchenweg 5, 30179 Hannover, Tel. 0511-6044703, Fax 0511-6044709. Ansprechpartnerin: Meike Schröder.

Inhalt


Einige Worte vorweg ...

Neue Projekte zur Entwicklung der Infrastruktur in einem Stadtteil zu starten, bedeutet für den Bereich Planung und Organisation, geeignete Möglichkeiten zur Finanzierung zu ermitteln. Dass diese Aufgabe heutzutage immer schwieriger zu realisieren ist, ist sicherlich bei denen, zu deren Tätigkeit der Aufbau von Projektstrukturen gehört, eine allgemeine Erkenntnis. Da in sämtlichen Projektzusammenhängen nur mit Wasser gekocht wird, sollten Initiativen keine Scheu davor entwickeln, den Herd einzuschalten. Die Realität bedeutet für einige Projekte, auf Sparflamme zu kochen, für andere aber auch - zumindest von Zeit zu Zeit - mit sprudelnd-kochendem Wasser zu hantieren. Die regionalen Unterschiede lassen nicht immer Vergleiche zu, aber die vorhandenen Möglichkeiten zu kennen, ist manchmal der Trumpf in der Hand. Die hier vorgestellten Vereine geben einen Einblick in ihren finanziellen Aufbau.


Einige Daten zum Stadtteil Hannover-Sahlkamp

Im Stadtteil leben 14.432 Menschen, die 79 verschiedenen Nationalitäten angehören (*1).
Der Anteil der AusländerInnen beträgt 19,7 % (*1).
Im Sahlkamp leben überdurchschnittlich viele SozialhilfeempfängerInnen. Mehr als jede sechste Person von allen StadtteilbewohnerInnen erhält Hilfe zum Lebensunterhalt (*2).
Der Sahlkamp ist einer der drei kinderreichsten Stadtteile Hannovers. 22,4 % aller BewohnerInnen sind unter 18 Jahre alt (*3). Die Altersgruppe der 10-14-Jährigen, die sog. "Lückekinder", ist mit einer Anzahl von 932 Personen (= 28,8 % aller unter 18Jährigen) erfasst (*3).
Im Sahlkamp gibt es 6.121 Wohnungen, von denen 1.841 Belegrechtswohnungen sind (= 30,07 % aller Wohnungen) (*2).

Quellenangaben:
(*1) LHH, Statistikstelle, Wohnberechtigte Bevölkerung nach Nationalitäten und Altersgruppen, 1/2000
(*2) LHH, Statistikstelle, 31.12.97
(*3) LHH, Statistikstelle, Wohnberechtigte Bevölkerung nach Altersjahren, 01.01.2000.


Projekt "Bürgerpost"

Der Selbsthilfe Sahlkamp e.V. wurde im April 1994 gegründet. Auslöser für die Vereinsgründung war die Schließung der Post im Zentrum des Sahlkamp im Oktober 93. Diese Schließung sorgte für große Empörung in der Bevölkerung. Auf juristischem Wege (Verwaltungsgerichtsverfahren), durch intensive Öffentlichkeitsarbeit - die auch Einflußnahme auf die Postgesetzgebung hatte - , durch vielfältige Protestaktionen - auch mit anderen Initiativen, wie zum Beispiel der "Bürgerinitiative Waldheim - Für die Wiedereröffnung einer Postfiliale" - und durch die Organisierung einer "Bürgerpost" im Stadtteil wurde innerhalb einer mehr als vierjährigen Aktionszeit erreicht, dass die Deutsche Post AG im Dezember 97 eine Postfiliale im Stadtteil wiedereröffnete. Diese unternehmenspolitische Entscheidung ist lediglich vor dem Hintergrund der nicht enden wollenden Proteste gefällt worden.
Der Selbsthilfe Sahlkamp e.V. hatte es sich satzungsgemäß zur Aufgabe gemacht, die soziale und sozialkulturelle Infrastruktur zu stärken. Hierzu gehörte die Organisierung der Bürgerpost, mit deren Hilfe mehr als 3.500 von der Postamtsschließung betroffene Menschen ihre Postdienstleistungen ohne große Wege und Kosten erledigen konnten. Die selbstorganisierte Bürgerpost verkaufte nicht nur Briefmarken, sondern leitete die angesammelte Post (Einschreiben, Päckchen, Pakete usw.) täglich zur nächsten "richtigen" Post, die ca. 3,5 km entfernt war, weiter.
Der zunächst angeschaffte Bürocontainer, in dem die Bürgerpost bis zum Umzug in einen Laden für 2,5 Jahre untergebracht war, wurde von einem Geschäftsmann vorfinanziert, der gleichfalls den Strom über seinen benachbarten Laden stellte. Die im Rahmen einer Aufwandsentschädigung (ca. DM 10.-/Std.) tätigen Bürgerpost-MitarbeiterInnen wurden über Mitglieds- und Kundenbeiträge finanziert (pro Monat DM 5.- pro Kunde bzw. Mitglied). Die Kosten für die gegen die Post AG angestrengten Verwaltungsgerichts- und Oberverwaltungsgerichtsprozesse wurden über Spendensammlungen und Aktionen ("Würstelauflegen") abgedeckt. Im Jahre 1995 wurde für eine Bürgerpostmitarbeiterin eine ABM-Stelle eingerichtet, die zu 90 % vom Arbeitsamt und zu 10 % über städtische Spitzenfinanzierung bezahlt wurde. Diese Mitarbeiterin übernahm Anfang 1997 den Laden, in den die Bürgerpost Ende 1996 einzog, und führte ihn als Spiel- und Schreibwarenladen bis Ende 1998 auf eigene Rechnung weiter; die Bürgerpost-Dienstleistungen wurden weiterhin von ihr angeboten; die "Selbsthilfe Sahlkamp e.V." erstattete ihr für diese Leistungen eine monatliche Pauschale, die weiterhin durch Kundenbeiträge abgesichert war.


Projekt "Kleine Kindertagesstätte"

Als absehbar war (seit Februar 97), dass die Deutsche Post AG eine Postfiliale wiedereröffnen würde, wurde im Selbsthilfe Sahlkamp e.V. eine rege Diskussion über zukünftige Aufgaben des Vereins geführt. Dies führte dazu, dass im November 97 eine Kleine Kindertagesstätte (KKT) in der Trägerschaft des Vereins für 10 Kinder im Vorschulalter eröffnet wurde. Diese finanziert sich aus Betriebsmitteln der Stadt Hannover. Mit der Geschäftsführung der KKT wurde ein Mitarbeiter beauftragt, der bei einem anderen im Stadtteil tätigen Verein (Verein zur Förderung der Kinder- und Jugendarbeit im Stadtteil Sahlkamp e.V.) angestellt war; diese Tätigkeit wird ebenfalls über die Betriebsmittel der KKT bezahlt.
Im März 98 wurde die Vereinssatzung dahingehend ergänzt, dass nunmehr auch Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekte für Arbeitslose möglich waren.


Lückekinderprojekt

Im Juli 98 eröffnete der Verein ein Lückekinderprojekt in einer 3-Zimmer-Wohnung im Hochhauswohnbereich des Sahlkamps. Dieses Projekt - "NaDu-Kid´s- und Elterntreff" begann seine Arbeit auf ABM-Basis (90 % Arbeitsamt-, 10 % städtische Förderung) mit zwei pädagogischen Fachkräften (1 Sozialarbeiterin, 1 Erzieherin); nach kurzer Zeit wurden zwei weitere Stellen nach Bundessozialhilfegesetz / BSHG § 19 im Rahmen des städtischen Programms "HzA/Hilfe-zur-Arbeit" (für ausschließlich von Sozialhilfe lebenden Personen eingerichtetes kommunales Programm) geschaffen. Die Finanzierung der Miete für das 1. Projektjahr des NaDu-Treffs wurde ermöglicht durch den Netto-Mietverzicht des Vermieters (DI Deutsche BauBeCon AG) und durch eine Beihilfe der Stadt Hannover. Sachkosten und Kosten für Ausstattung wurden gedeckt über Spenden/Beihilfen der IKEA-Stiftung, der Stadtsparkasse Hannover und der Stadt Hannover. Die Vorfinanzierung der ABM-Gehälter wurde über private Darlehen und Vereinsrücklagen gewährleistet. Im Sachkostenbereich (Betriebskosten, pädagogische Aktionen) wird die Arbeit des NaDu-Treffs seit Beginn des Jahres 1999 durch eine institutionelle Förderung/Beihilfe durch die Stadt Hannover finanziert. Geplant ist der Bau eines NaDu-Kinderhauses mitten im Hochhauswohnbereich, ca. 100 m vom jetzigen NaDu-Treff entfernt. Der ca. 250 m² große Bau soll schwerpunktmäßig der offenen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen dienen; gleichzeitig ist geplant, die an einem anderen Standort im Sahlkamp seit Oktober 99 in Trägerschaft des Vereins laufende KKT "Die Häwi-Kid´s" (hort-ähnliche Einrichtung mit einer Betreuungszeit von vier Stunden täglich), in der z.zt. 18 Kinder betreut werden, in eine Ganztags-KKT mit 12 Hortkindern umzuwandeln und im NaDu-Kinderhaus mit aufzunehmen. Die Finanzierung des Kinderhauses (DM 760.000.-) ist noch nicht gesichert; Anträge an die Stadt Hannover (DM 200.000.-), an verschiedene Stiftungen (IKEA-St., Langesche St., Hannover-Stiftung der Stadtsparkasse, Bürgerst. Hannover, Klosterkammer und Niedersächsische Lottost.) sowie an das Kultur- und Sozialwerk "Friedrich zum Weißen Pferde" gGmbH sind gestellt. Mindestens drei der vorgenannten Stiftungen werden Ende 2000/Anfang 2001 über eine Förderung entscheiden; die politischen Gremien der Stadt Hannover werden im Rahmen der Haushaltsplanberatungen (ca. Nov. 2000) ebenfalls über eine Förderung entscheiden. Der Baubeginn ist für März 2001 vorgesehen. Seit Mitte 2000 sind insgesamt drei pädagogische Fachkräfte im NaDu-Treff tätig; die erneut notwendig gewordene Gehältervorfinanzierung wird über eine Spende der DI Deutsche BauBeCon AG und ein Darlehn von einem Geschäftsmann aus dem Stadtteil ermöglicht.


Projekt "NachbarschaftDienstLaden"

Im Juni 1999 eröffnete der Verein den NachbarschaftsDienstLaden "NaDiLa" im ehem. Laden der Bürgerpost im Einkaufszentrum Sahlkamp/Hägewiesen. Hier werden vorrangig NachbarschaftsDienstleistungs-Angebote an Kunden vermittelt; ob eine Bezahlung für eine angebotene Dienstleistung (vom Babysitten bis zum Einkauf bei Erkrankung) erfolgt, wird ausschließlich den Verhandlungen zwischen Anbieter und Kunden überlassen. Für die Vermittlung wird allenfalls um eine Spende gebeten, eine Gebühr wird nicht erhoben. Der Laden ist zu den im Geschäftsumfeld üblichen Zeiten geöffnet. Das Team besteht aus fünf Personen: 1 Sozialarbeiterin (Leitung) auf ABM-Basis, 3 HzA-Kräfte (Erstattung der Arbeitgeberkosten zu fast 100 % über Sozialamt) und 1 Buchhaltungshelferin auf ABM-Basis. Die ABM-Kräfte werden zu 75 % vom Arbeitsamt, zu 25 % über eine städtische Beihilfe finanziert. Die Miet- und Arbeitsplatzkosten wurden 1999 z.T. über das Arbeitsamt, z.T. über eine städtische Beihilfe finanziert, im 1. Halbjahr 2000 wurden diese Kosten über eine Beihilfe der Stadt Hannover gedeckt. Einrichtungsgegenstände für den NaDiLa wurden anteilig über das Arbeitsamt (Sachkostenzuschüsse, die allerdings im Jahr 2000 nicht über das Arbeitsamt zur Verfügung gestellt werden), die Stadt Hannover (HzA-Abteilung), den Stadtbezirksrat Bothfeld-Vahrenheide und das Niedersächsiche Landesamt für Zentrale Soziale Aufgaben finanziert. Das Team im NaDiLa veranstaltet - z.T. in Kooperation mit anderen (Stadtteiltreff Sahlkamp) - Kurse und Aktionen (Sprachkurse, Schach für Kinder, Musikkurse, muttersprachlicher Unterricht, Förderunterricht, Fahrten, Schmink- und Fotoaktionen usw.), über die Geld - wenn auch in geringem Umfang - erwirtschaftet wird. Gleichzeitig werden im sog. "Wirtschaftlichen Geschäftsbereich" des NaDiLa folgende Aktivitäten umgesetzt: Otto-Shop, Üstra-Karten-Verkauf (der NaDiLa ist der einzige Laden im Sahlkamp, der Fahrkarten für öffentliche Verkahrsmittel verkaufen will !) und Telefonkartenverkauf (nicht Telekom). Gleichfalls bietet der Verein seinen Mitgliedern an, eine für den Verein angeschaffte Fahrkarte stunden- oder tageweise bzw. am Wochenende zu nutzen. Die zu entrichtende Gebühr beträgt zwischen DM 2,50 (tageweise/stundenweise) und DM 5.- (Wochenende). Diese Fahrkartenausleihe ist mit dem öffentlichen Verkehrsunternehmen ÜSTRA/GVH abgestimmt.
Über alle wirtschaftlichen Aktivitäten werden z.T. zusätzlich entstehende Personalkosten finanziert, z.B. Berufsgenossenschaftsbeiträge und anteilig HzA-Kosten, (im Durchschnitt muss der Verein pro HzA-ArbeitnemerIn DM 800.- pro Jahr kalkulieren, obwohl die Förderung zu 100 % durch das Sozialamt erfolgt; die Differenz entsteht dadurch, dass die Förderung pauschaliert ist und meistens Restkosten in der genannten Höhe entstehen). Eventuelle weitere Überschüsse werden zur Deckung der Sachkosten herangezogen (Verbrauchsmaterialien, Ladenversicherungen, Darlehnskosten, MitarbeiterInnenfortbildungen u.a.).


Projekt "Arbeiten und Wohnen im Sahlkamp"

Der Selbsthilfe Sahlkamp e.V. hat ab August 2000 die Trägerschaft für das "Projekt Arbeiten und Wohnen im Sahlkamp / ProAWIS" vom Bildungswerk der Niedersächsischen Volkshochschulen übernommen. Damit verbunden sind z.Zt. acht HzA-Kräfte im Reinigungs-, Hausmeister- und Cafeteria-Bereich des Stadtteiltreffs Sahlkamp, einem im Dezember 98 neu geschaffenen kulturellen und sozialen Stadtteilzentrum, und weitere sieben HzA-Kräfte, die im Wohnumfeldbereich tätig sind. Über Einnahmen aus dem Cafeteria-und dem Wohnumfeldbereich werden Betreuungs- und Anleitungskosten für das Projekt finanziert. Hier ist allerdings keine ausreichende Einnahmenseite gegeben, so dass z.Zt. keine adäquate Anleitung und Betreuung gestellt werden kann.


Lokale Beschäftigungsförderung durch die "Selbsthilfe Sahlkamp e.V."

Die Selbsthilfe Sahlkamp e.V. beschäftigt in seinen fünf Bereichen (Stand: Okt. 2000)  

  • KKT Volle Pulle Sahlkamp (integrative und altersübergreifende Einrichtung fürs Vorschulalter):
    1 Erzieherin (festangestellt/Vollzeit/finanziert ),
    2 SAM-Stellen (2 Jahre Mind.-Laufzeit; pro Person DM 2.180.- pro Monat über Arbeitsamt, zusätzlich ca. DM 400.- über Landesmittel/Antragstellung auch über Arbeitsamt, Restbetrag ca. 50 % der Stelle über Betriebsmittel der KKT),
    1 HzA-Stelle für Hauswirtschaft
  • KKT Die Hägewiesen-Kid´s (Hort):
    1 Kinderpflegerin (festangestellt/25 Stunden/finanziert über KKT-Betriebsmittel), 3 HzA-Stellen (1 x Hauswirtschaft, 2 x für Betreuung)
  • Für die beiden KKTs wird 1 Geschäftsführer für die Organisation der beiden KKTs aus Betriebsmitteln finanziert.
  • NaDu-Kid´s-und Elterntreff (Lückekinder):
    2 SozialarbeiterInnen (ABM),
    1 Erzieherin (ABM),
    1 HzA-Kraft (Hausmeister und Betreuung)
  • NaDiLa (NachbarschaftsDienstVermittlung):
    1 Sozialarbeiterin (ABM),
    1 Buchhaltungshelferin (ABM),
    3 HzA-Kräfte
  • ProAWIS (Projekt Arbeiten und Wohnen im Sahlkamp):
    1 Sozialarbeiter (geringfügig Beschäftigter),
    15 HzA-Kräfte
-> insgesamt: 34 ArbeitnehmerInnen!


Projekt "Stadtteilbauernhof"

Der Verein "Stadtteilbauernhof e.V." existiert seit Juli 1992. Von Anfang 1993 bis Mitte 1997 hat der Verein gemeinsam mit Mitgliedern der Koordinationsrunde Sahlkamp Lobbyarbeit zum Aufbau eines nicht-kommerziellen Stadtteilbauernhofs geleistet, dessen hauptsächliches Ziel die Verbesserung der Angebotsstruktur im Stadtteil im offenen pädagogischen Bereich für Kinder und Jugendliche ist. Die Planungsarbeiten für den Stadtteilbauernhof wurden von der "Planungsgruppe Stadtteilbauernhof Sahlkamp" geleistet, in der folgende mitwirkten: StadtteilbewohnerInnen, die Kirchenkreissozialarbeit Hannover-Nord-Ost (Diakonisches Werk), das Jugendgemeinschaftswerk (jetzt: ProMigration) des Diakonischen Werks/Stadtverband für Innere Mission e.V., der Stadtteilbauernhof e.V. und die Gemeinwesenarbeit Sahlkamp.

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Der "Offene Bereich" für Kinder von ca. 8-14 Jahren, i.d.R. nachmittags montags bis samstags (außer mittwochs) zwischen ca. 14.30 und 18 Uhr (im Sommer auch länger)
  • Die hort-ähnliche Einrichtung "Die Stadtindianer" für 15 Kinder im Grundschulalter, montags bis freitags zwischen ca. 12 und 16 Uhr
  • Das Modellprojekt "Zusammenarbeit zwischen den Schulen in den Stadtteilen Sahlkamp und Vahrenheide, dem Schulbiologie-Zentrum Hannover und dem Stadtteilbauernof e.V. -Schulformübergreifende Projektarbeit", montags bis freitags von ca. 8 bis 13 Uhr
  • Das Bauernhof-Café, ein nicht-kommerzielles Nachbarschafts-Café, jeden Sonntag von 13 bis 17.30 Uhr
  • Der Bereich Gruppenführungen, i.d.R. montags bis freitags von ca. 10 - 12.30 Uhr

Finanzierung der Investitionskosten

Von September 1997 bis April 2000 wurde der 1. Bauabschnitt des Stadtteilbauernhofs Sahlkamp fertiggestellt; er umfaßt das Haupthaus (ca. 250 m²) und das Stall-und Werkstattgebäude (ca. 350 m²). Die Gebäude sind in Holzrahmenbauweise erstellt und beinhalten Energiespartechniken, u.a. Solaranlage zur Brauchwasser- und Heizungsunterstützung, Regenwassersammelanlage zur Toilettenspülung und für Gartenbewässerung, Trenntoilette.
Der Stadtteilbauernhof ist Kooperationspartner im Öko-Technik-Park Hannover.
Der 1. Bauabschnitt mit einem Gesamtvolumen von DM 1.160.000.- wurde finanziert durch:

  • Stadt Hannover: DM 500.000.- aus dem Sonderinvestitionsprogramm "Hannoverprogramm 2001"
  • Stiftung Deutsche Jugendmarke e.V. / Bonn: DM 300.000.-
  • EXPO Hannover GmbH: DM 290.000.-
  • Eigenleistung: DM 24.500.-
  • Firmensachspenden: DM 10.000.-
  • Stadtbezirksrat Bothfeld-Vahrenheide: DM 10.000.-
  • Lion´s-Club: DM 6.600.-
  • Arbeitsamt Hannover: DM 6.500.-
  • 5 Schul-Sponsorenläufe 1994-1997: DM 6.400.-
  • Stadtentwässerungsamt: DM 5.000.-
  • Bausteinspenden: DM 1.000.-
Der 2. Bauabschnitt, der Bau eines ca. 35 m² großen Backhauses, läuft von März bis ca. Dezember 2000.
Die Finanzierung dieses Backhauses, das zwei Lehmbacköfen (Außen- und Innenbeheizung) und eine Fotovoltaikanlage enthält, setzt sich bei einem Gesamtvolumen von DM 121.000.- wie folgt zusammen:
  • Kultur- und Sozialwerk "Friedrich zum Weißen Pferde" gGmbH: DM 58.000.-
  • Bingo-Lotto/Niedersächsische Lottostiftung: DM 48.000.-
  • Klosterkammer Hannover: DM 15.000.-
Durch die Fotovoltaikanlage soll eine Rückeinspeisung in das Stromnetz erfolgen; kalkuliert wird bei der einzubauenden 1 KW-Anlage eine Vergütung in Höhe von DM 600.- jährlich. Bei den z.Zt. anfallenden Gesamt-Energiekosten (Elt/Gas/Wasser) für das Gesamtprojekt in Höhe von DM 6.600.- jährlich bedeutet das rein rechnerisch immerhin eine 10 %ige Einsparung.

Ausstattung und Finanzierung der laufenden Kosten

Der Verein leistet seit April 1994 praktische pädagogische Arbeit im offenen Bereich mit Kindern und Jugendlichen im Sahlkamp, seit Mitte 1998 auf dem jetzigen Gelände des Stadtteilbauernhofs, einem ca. 9.500 m² großen Gelände zwischen den Stadtteilen Sahlkamp und Vahrenheide. Die pädagogische Arbeit basierte hauptächlich auf ABM-Projekten, die i.d.R. zu 90 % durch das Arbeitsamt und zu 10 % durch die Stadt Hannover finanziert wurden. Ab Januar 2001 wird die Stadt Hannover eine Erzieherin, die bisher drei Jahre lang auf ABM-Basis im offenen Bereich tätig war, mit einer Personalkostenbeihilfe finanzieren.
Arbeitsplatzbezogene Sachkosten (Mieten, Nebenkosten) wurden überwiegend durch Beihilfen der Stadt Hannover getragen. Für Sonderaktionen (Osterferien-Card/Sommerferien-Card) wurden Sondermittel beim Amt für Jugend und Familie beantragt; andere pädagogische Aktionen wurden über Spenden von privater Seite finanziert. Seit dem Jahr 2000 erhält der Verein eine städtische Beihilfe zur anteiligen Bestreitung der Sachkosten. Daneben gibt es finanzielle Unterstützung im Sachkostenbereich von der BILD-Aktion "Herzensbrücke" und vom Stadtbezirksrat Bothfeld-Vahrenheide. Im Jahr 2000 wurde dem Verein der "Zusätzliche Niedersachsenpreis" des Landes Niedersachsen zusammen mit einem weiteren Preisträger verliehen (je DM 5.000.-). Ein geringer Teil der Sachkosten wird über selbst erwirtschaftete Gelder gedeckt: Eisverkauf, Vermietung der Räume für Kindergeburtstage (bis 14 Jahre) und Gruppen, "Heu-Hotel" (über dem Pferdestall) in der Sommerzeit für Familien und Gruppen (bis ca. 12 Personen/ DM 5.- pro Person und Nacht), Gruppenführungen (DM 2.- pro Person/ca. 2 Std) für Schulklassen, Kita-Gruppen, Seniorengruppen u.a.

Lokale Beschäftigungsförderung durch den Stadtteilbauernhof

Mitte 2000 sind in den verschiedenen Arbeitsfeldern des Stadtteilbauernhofs (mit Entgelt) tätig:

  • 1 Erzieherin (ABM) im offenen Bereich
  • 1 Erzieherin (ABM) im offenen Bereich und im hort-ähnlichen Angebot ("Stadtindianer")
  • 1 Erzieherin (HzA) im hort-ähnlichen Angebot ("Stadtindianer")
  • 1 Tierpflegerin (ABM)
  • 6 Hausmeister (HzA) für Hausmeister-, Bewachungs- und Reinigungsaufgaben
  • 1 Küchenhilfe (HzA)
  • 1 Bäcker (geringfügiges Beschäftigungsverhältnis) für das Sonntags-Café
  • 1 Sozialarbeiterin (ABM) für Gruppenführungen und Öffentlichkeitsarbeit
  • 1 Geschäftsführer/Teilzeit (finanziert aus Betriebsmitteln der hort-ähnlichen Einrichtung "Stadtindianer") für die Organisation des hort-ähnlichen Angebots
  • 1 Sozialarbeiter (30 Std.), finanziert über den Kooperationspartner ProMigration (ehem. Jugendgemeinschaftswerk) des Diakonischen Werks/Stadtverband für Innere Mission e.V.
-> Gesamtzahl der ArbeitnehmerInnen: 15 Personen!