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Habitat - Ein Beispiel für internationales Stadtleben

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Kontakt:

Prof. Dr. Peter Hansen (Gundlach Wohnungsunternehmen, BFW-Vorstand, Hon.Prof. Raumplanung, Uni Dortmund)
Adresse: Röhrichtweg 32, 30559 Hannover, Tel: 0511-9584300; E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Inhalt:


1. Vorbemerkungen:

Die Internationalisierung besonders der Städte ist seit langem eine Selbstverständlichkeit geworden - was aber nicht heißt, dass die Hilfestellungen für die zugewanderte ebenso wenig wie für die aufnehmende Bevölkerung bereits entwickelt wären. "Stadt ist der Ort, wo Fremde wohnen." Siebel macht die Begegnung mit dem Fremden zum Definitionsmerkmal von Stadt (vgl. Walter Siebel, "Die Stadt und die Fremden" in J. Brech und L. Vanhue (Hrg.), Stadt im Wandel, Darmstadt 1997, S. 33 ff).
Nun ist der Umgang mit Fremden in Deutschland - stärker als in anderen Industrienationen - misslungen. Das 3. Reich und ein leider auch heutzutage aus dunklem Untergrund durchbrechender Rassismus hat es wichtig werden lassen, Lösungsmöglichkeiten für eine wechselseitige Integration von Migranten und Deutschen zu suchen und konkret umzusetzen. Mit dem Bau- und Nachbarschaftsexperiment "Habitat" am Kronsberg in Hannover haben wir einen Beitrag zu einem Lösungsansatz aus Anlass der Weltausstellung Expo 2000 zu entwickeln versucht.
Integration von Zuwanderern gelingt nicht zuletzt durch gegenseitiges Wahrnehmen, Kennenlernen und Nähe in der Öffentlichkeit, am Arbeitsplatz, in der Wohnumgebung. Von Anfang an und in konsequenter Ausrichtung hat das Habitat-Projekt einen Ansatz zur Integration von Zuwanderern in die deutsche "Aufnahmebevölkerung" durch räumliche und organisierte Nähe in einem Wohnquartier des Sozialen Wohnungsbaus angestrebt. Dazu ist zielgerichtet eine integrationsgeeignete "Hardware" in Form von 93 öffentlich geförderten Wohnungen und einem Gemeinschaftshaus durch das Gundlach Wohnungsunternehmen (Gesellschafter und Geschäftführer bis 2001: Prof. Peter Hansen, Initiator des Wohnprojekts) und die "Software" in Form der gelebten multikulturellen Nachbarschaft und des ihr dienenden selbstverwalteten Nachbarschaftsvereins Habitat e.V. gestaltet.


2. Sozialer Kontext des Habitat-Projekts

2.1 Zuwanderung in Hannover und im Stadtteil Kronsberg

Der Anteil der nicht deutschen Zugewanderten ist in Hannover - wie in anderen Großstädten auch - mit über 15% überdurchschnittlich hoch (2001=77.000 Pers.); der niedersächsische Landesdurchschnitt liegt bei etwa 6%. Die Wohnbevölkerung im neu gebauten Stadtteil Kronsberg hat einen Ausländeranteil      von gut 18%. Da in der Entstehung des neuen Wohnquartiers im Zusammenhang mit der Weltausstellung Expo 2000 als Anreiz für die Immobilienwirtschaft eine großzügige öffentliche Bauförderung für ökologische Maßnahmen angeboten wurde, entstanden hauptsächlich Sozialwohnungen mit und ohne städtische Belegrechte, womit sich der erhöhte Ausländeranteil erklärt.
Der Kronsberg ist am äußeren südöstlichen Stadtrand innerhalb von etwa drei Jahren als eine Art Bauausstellung der Expo hochgezogen und besiedelt worden. Er ist auf einer landwirtschaftlichen Fläche als künstliches, städtebaulich strenges Gebilde entwickelt worden, ohne Bezug zu historischen Siedlungsstrukturen und von Nachbarstadtteil durch einen Grünzug sowie eine Bahntrasse getrennt. Die niedrigen, preisgebundenen Sozialmieten bei Neubauqualität haben zu einem Zuzug von Familien und Einzelpersonen mit niedrigen und mittlerem Einkommen, sowie Personen mit etwas schlechterer sozialer Lage als im Stadtdurchschnitt geführt. Die fehlende urbane Atmosphäre einer gewachsenen Siedlung wurde durch einen guten Verkehrsanschluss, ein neues Stadtteilzentrum, Kirchen und Spielparks zu ersetzen versucht.
Der Ausländeranzahl liegt am Kronsberg bei 1200 Personen einer Gesamtmenge von 6500 Bewohnern in ca. 3000 Wohnungen. Laut städtischer Statistik war zum Ende 2001 die Verteilung der einzelnen Personengruppen nach Herkunftsnation oder -kontinent wie folgt: Asien 25%, Polen 17%, Türkei 16%, ehemaliges Jugoslawien 7%, die übrigen Europaländer 26%, Afrika 6% sowie sonstige Länder 3%. Da vor allem junge Familien eingezogen sind, ist der Anteil der Kinder prozentual gut doppelt so hoch wie im Stadtdurchschnitt, während der Altenanteil vergleichsweise sehr gering ist. Der im Vergleich zum Stadtdurchschnitt prozentual 3x so hohe Aussiedler-Anteil mit deutscher Staatsbürgerschaft verstärkt die Zuwanderungsrelationen am Kronsberg zusätzlich. Die Aussiedler sind statistisch nicht differenziert ausgewiesen; dieser Personenkreis gehört aber trotz seiner deutschen Nationalität in den sozialen Kontext der Zuwanderung und fällt aufgrund seiner Vorliebe für die Sprache der Herkunftsländer, insbesondere bei den sich abgrenzenden Jugendlichen, im Stadtteilbild auch auf.
Das soziale Klima zwischen Zugewanderten und deutscher Aufnahmebevölkerung am Kronsberg ist angespannt und von den verbreiteten Vorurteilen geprägt. Der fremdsprachliche Umgangston in den Wohnquartieren, die hohe Anzahl ausländischer Kinder in Betreuungseinrichtungen, die anderen Lebens- und Wohnstile sind in dem neuen Stadtteil auffälliger und stärker kritisiert als in gewachsenen, urbanen Stadtvierteln.
Viele Beteiligte haben sich bei der guten Konzipierung und Erstellung des Stadtteils schon frühzeitig um die erwartbaren Probleme des a-historisch schnell gewachsenen Ausstellungs-Stadtteils Kronsberg gekümmert. Die Landes- und Stadtverwaltung hat die Belegungsregeln für den sozialen Wohnungsbau großzügig gehandhabt und den Wohnungsunternehmen die Auflage gemacht, in allen Wohnquartieren sog. Verfügungsflächen für die Eigeninitiative der Mieter entstehen zu lassen. Das Stadtteilzentrum "Krokus" ist besonders qualitätsvoll und gebaut sowie ausgestattet worden. Ein Stadtteilkoordinator hat das Zusammenwachsen der Bevölkerung in verschiedensten Teilgruppierungen und lokalen Mitwirkungszirkeln gefördert.
Das Bemühen der Stadtverwaltung, anderer Institutionen und vieler Bürger sowie des Projekts Habitat hat sich seit Anbeginn auf den Ausgleich und die Integration der Migranten am Kronsberg gerichtet. Dabei ist der Aufbau eines Netzwerkes im Stadtteilzentrum, in der Kirche und in den Wohnanlagen von zentraler Bedeutung.


3. Ziele und Maßnahmen des Habitat-Projekts

3.1 Erfahrungshintergrund bei der Migrantenintegration im Sozialen Wohnungsbau

Gundlach ist eine private bau- und immobilienwirtschaftliche Firmengruppe mit ca. 180 Mitarbeitenden, die seit über 110 Jahren in Hannover in familienbetrieblicher Struktur existiert. In ihrem Wohnungsunternehmen sind 70% der eigenen 4.300 Wohnungen öffentlich gefördert und unterliegen der Preisbindung sowie kommunalen oder anderen Belegrechten; Migrantenfamilien sind ein großer, besonders geförderter Kundenkreis der Firma.
Das Unternehmen ist um Gemeinnützlichkeit bemüht und hat gerade einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht, in dem neben ökonomischen vor allem soziale und ökologische sowie kulturelle Ziele und ihre Erfüllung erörtert werden. In einer Reihe von 3 großen Bauexperimenten (Europahaus 1993, Regenbogensiedlung 1996) wurde im Zusammenhang mit der Weltausstellung Expo 2000 auf dem benachbarten Kronsberg als Drittes das "Habitat-Quartier" für eine multikulturelle Bewohnerschaft realisiert. Es dient der Umsetzung von Erfahrungen über das Zusammenleben von Migranten und Deutschen in einem reflektierten Optimierungsversuch. Etwa ein Drittel der Mieterinnen und Mieter des Wohnungsunternehmens haben eine Herkunft aus anderen Ländern und eine entsprechende kulturelle Prägung; die Spannweite des Migrantenanteils (einschließlich Aussiedler) in den verschiedenen Häusern variiert dabei von 2 bis 85% - ein großes Erfahrungspotential für die experimentelle Bündelung in einem Projekt des sozialen Wohnungsbaus.
Migrationsbezogene Projekte hat das Gundlach Wohnungsunternehmen seit den 70er Jahren umgesetzt:

  • Wohngemeinschaften für "Gastarbeiter" von den Baustellen in landsmannschaftlichen und religiös zusammengesetzten Gruppen
  • Sanierungsprojekt einer Selbsthilfe-Renovierung eines Hauses mit einem Gebetsraum durch türkische Familien
  • Büroangebot für amnesty international seit 1975 (kostenlos)
  • Kooperation mit dem Ausländerbeirat, amnesty, dem Netzwerk Flüchtlingshilfe und anderen Migrantenorganisationen und der Ausländerbeauftragten des Landes Niedersachsen
  • Beschäftigung einer Russisch sprechenden Sozialarbeiterin speziell zur besseren Integration osteuropäischer Mieter in einem Sozialwohnungs-Stadtteil
  • Koordination eines multikulturellen Stadtfestes aus Anlass der 750-Jahr-Feier der Stadt Hannover

3.2 Projektidee "Habitat": Konkretisierung der Agenda 21 in Städtebau, Architektur und Migranten-Integration

Die richtungsweisende UNO-Konferenz 1992 in Rio hat mit der Agenda 21 die Ausweitung der ökologischen Thematik auf die Suche nach einer umfassenden Nachhaltigkeit der Gesellschaften der Welt erbracht. Die Habitat II - Folgekonferenz in Istanbul hat 1996 zusätzlich wirtschaftliche, soziale und kulturelle Lösungsmöglichkeiten für das Zusammenleben und -wohnen in Bal-lungsräumen bearbeitet. Die Einladung zu einem Vortrag von Gundlach durch die Bundesregierung dorthin hat der Habitat-Projekt-Vorbereitungsgruppe Gelegenheit gegeben, türkische Wohnwünsche und Nachbarschaftsformen konkret kennenzulernen.
Integration gelingt durch Nähe, nicht zuletzt durch räumliche. Wohnquartiere bieten die Gelegenheit und den gebauten Rahmen für ein gegenseitiges Kennenlernen, aus dem multikulturelle Neugier und mindestens Toleranz entstehen kann. Die Wohnungswirtschaft kann hierzu also wesentliches leisten. Und dies fügt sich in die immobilienwirtschaftliche Marketing-Einsicht, dass Menschen nicht nur 4 Wände und eine Decke über dem Kopf, sondern ein "befriedigendes Wohnerlebnis" einschließlich einer guten Nachbarschaft wollen.
So entstand die Idee, im Rahmen der Entwicklung eines sozio-ökologischen Vorzeige-Stadtteils am Kronsberg neben der Weltausstellung ein fast 10.000 qm großes Grundstück mit etwa 93 geförderten Sozialwohnungen bewusst für eine internationale Mieterschaft zu beplanen, bebauen und verwalten.

3.3 Planen für ein multikulturelles Wohnen

Migranten, die in Ballungsräumen oft mehr als ein Siebtel der Bevölkerung stellen, sind für die deutsche Wirtschaft, insbesondere für die Wohnungsunternehmen, kein sonderlich beachtetes Marktpotential. Am liebsten wird weithin eine "Feinverrieselung" in den Wohnungsbeständen ("Ein Migrant pro Hauseingang, das geht noch") angestrebt oder Restnutzung angeboten. Über Wohnwünsche von Migranten war wenig bekannt. Durch Expo-Projektmittel war Spielraum für eine vorgeschaltete Grundlagen-Forschung. Das Stadtplanungsamt hatte durch die richtungsweisende Bebauungsplanung den städtebaulichen Rahmen und durch den Themenschwerpunkt "Stadt als sozialer Lebensraum" besondere Kooperation angeboten.
Gundlach hat nun zunächst einen Projektbeirat gebildet, in dem das bauzuständige Sozialministe-rium, Stadtplaner, Architekten, themenbezogenen Fachwissenschaftler und viele kommunale Ausländervertretungen zusammenwirkten. In zwei Kolloquien berichteten Migrantenwohnprojekte aus Wien und anderen Städten sowie Migrationsforscher über Grundlagen und Erfahrungen.
Daran schloss sich eine Befragung von mehr als 400 örtlichen Migranten-Haushalten durch das Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung Hannover an. Nur wenige Migranten wollten unter sich wohnen und schon einige mehr wollten nur mit Deutschen und mit deren Wohnstandards leben. Zwei Drittel wünschten sich ein internationales Wohnviertel. Bezogen auf Grundrisswünsche war nach großen Wohnküchen und abtrennbaren, aber gern auch kleineren Wohnzimmern , aber großen Kinderzimmern gefragt. Die Außenraum-Anbindung und -Nutzung mit privaten und halböffentlichen Bereichen war in der stärkeren Kinderorientierung besonders gewünscht.
In den vertiefenden Diskussionen im Beirat wurde erkennbar, dass der moslemische Glaube - die bei weitem verbreitetste Religion unter den Migranten - spezielle Wohnanforderungen entwickelt hat. Deshalb wurde vereinbart, ein Zehntel der Wohnungen speziell hierfür bereitzustellen. Dazu gehört die Vermeidung der Toilettenstellung Richtung Mekka, wohin gebetet wird, die optische Trennung von WC und Waschbecken (wg. religiöser Gebetswaschungen), verbesserte Nichteinsehbarkeit der Zimmer und - wegen der Trennung bei Besuchern nach Geschlecht - große Küchen und abtrennbare, kleinere Wohnzimmer u.a.m.
Insgesamt hat die Bedarfsforschung ergeben, dass die konventionellen Grundrisse mit kleinen, funktionalisierten Küchen ("Frauenarbeitsraum") und großen, repräsentationsgeeigneten Wohnzimmern ("Herrenerholungsraum") sowie großen Eltern- und kleinen Kinderzimmern gemäß verbreiteten innerfamiliären Hierarchien inzwischen weniger Akzeptanz finden. Dies gilt genauso für junge deutsche Familien mit reflektierten, modernen Lebensansprüchen. Deshalb waren beide Nutzergruppen mit Allraumgrundrissen und Zentralküche sowie bequemen Außenraum-Anbindungen gut bedient.
Die Migrantenvertreter wünschten sich - neben dem begrenzten Anteil von muslemischen Wohnungen ein möglichst normales Erscheinungsbild des Wohnquartiers, da die meisten die Qualitäten des modernen Wohnens der deutschen Aufnahmegesellschaft zu schätzen gelernt hatten. Die Quotierung von 2/3 Deutschen und 1/3 Migranten sollte nur wenig verändert werden, um die Integrationschancen zu optimieren.
Die architektonisch beste Zonierung des Außenraumes, der Gebäudegestaltung und des differenzierten Grundrissprogramms wurde in einem wettbewerbsähnlichen Verfahren (Parallelbeauftragung des Vorentwurfs) durch drei ausgewählte Planerbüros ermittelt. Der Projektbeirat wählte als Jury gemeinsam den Entwurf des Planungsbüros Schmitz (Architekten Gerlach und Riedel) zur Realisierung aus. Auch das Büro für Landschaftsarchitektur Spalink-Sievers war nach Mitwirkung in der Jury von Anfang an einbezogen und für die Außenanlagen beauftragt.
Die Forderung, dass die Wohnungen spätestens bis zur Expo-Eröffnung Anfang 2000 bezogen sein sollten, aber auch der entspannte Mietermarkt mit seiner Tendenz und seiner verbesserten Chance zu schnellem Wohnungswechsel hat eine zeitaufwendige Mieterbeteiligung verhindert. Dieses wurde allerdings durch die große Grundrisstypenvielfalt (40 verschiedene Wohnungszuschnitte) und die Mitwirkung von Fachvertretern der örtlichen Migrantenszene sowie die Mietermitwirkung bei der Außengestaltung und beim Quartiersmanagement weitgehend ausgeglichen.

3.4 Qualitäten des Habitat-Quartiers (Hardware des Projekts)

Die Landeshauptstadt Hannover hat durch den Bebauungsplan und den städtebaulichen Vertrag die für alle geltenden hohen ökologischen und sozialen Qualitätsstandards vorgegeben, die im Habitat-Quartier über die Stadtkriterien und Infrastrukturleistungen hinaus gehend erarbeitet hat:

  • Bebauung einer landwirtschaftlichen Brachfläche mit vorheriger Restnutzung durch Maisanbau

  • quadratisches Grundstück 9.360 qm, GFZ = 0,7 und GRZ = 0,4

  • wirtschaftliche Bebauung mit 5 Gebäuden, 2,5 und 3,5 Geschosse, Pultdächer

  • 93 Sozialwohnungen mit verschiedenen Grundrissen von 1 bis 7 Zimmern

  • Größtmögliche Größendifferenzierung der Wohnungen (31 - 136 qm je WE)

  • Wohnfläche 6.240 m2 zuzüglich Gemeinschaftshaus (180 m2) mit Döner-Kiosk (30 m2 ) und Pizzeria (80 m2)

  • 2 Tiefgaragen und 2 kleine, offene KfZ-Stellflächen

  • Gesamtkosten 24,3 Mio. DM, reine Baukosten 15,7 Mio. DM brutto

  • Miethöhe monatlich je m2 10,30 DM zuzügl. Betriebskosten (z.Zt. 1,60 DM je m2) und Verbrauchskosten, die von den Stadtwerken direkt erhoben werden (Wohnbauförderung für schwache sowie für mittlere Einkommensbezieher mit Baudarlehen und Aufwendungszuschüssen im 3. Förderweg)

  • Registriertes Expo-Projekt als Teil von "Stadt als sozialer Lebensraum" der Landeshauptstadt Hannover mit ergänzender Sonderförderung

  • Planung seit 1997, Bau Juni 1998 - November 1999, Bezug ab Dezember 1999

  • Erfüllung bzw. Übererfüllung der ökologischen Anforderungen des städtebaulichen Vertrages bezüglich Bodenmanagement, energetischer Optimierung (verschärfter Niedrigenergiestandard), Wasser- und Abfallkonzept

  • Starke Differenzierung (verschiedene Grundrisse, drei Erschließungstypen, vier Terrassen- und Balkontypen der Gebäude)

  • Städtebau mit extrovertiertem Platz mit grüner Querachse und möbliertem Diagonalweg, drei halböffentliche Innenhof-Bereiche bei lockerer Gebäude-Gruppierung ohne Ghetto-Anmutung einer Blockrandbebauung

  • Differenzierte Freiflächen mit öffentlichen, halb-öffentlichen und privaten Zonen

  • Viele Allraum-Grundrisse mit großen Zentralküchen, teilweise flexible Trennwand-Elemente und 15 Maisonette-Wohnungen

  • Erdgeschosswohnungen teilweise barrierefrei und behindertengerecht

  • Integrationsorientierte Planungs- und Nutzungskonzeption für 1/3 Migranten- u. 2/3 deut. Familien

  • 10% der Wohnungen speziell nach moslemischen Glaubensregeln mit Anpassungen im Grundriss, Küchen- und Hygienebereich

  • Ebenerdiger Waschsalon, Pizzeria am Bouleplatz, Dönerimbiss mit Teestube als Kiosk für Nahversorgung

  • Großer Mietertreff mit 2 Feierräumen incl. Gemeinschaftsküche mit allen Geräten, Fitnessraum mit 5 Trainingsgeräten,  Sauna mit Dusche, Gebetsraum zur multireligiösen Nutzung und Büro für Quartiersmanager des Mietervereins

3.5 Probleme und erste Erfahrungen mit der Migranten-Integration im Nachbarschaftsverein Habitat (Software des Projektes)

3.5.1 Mischungsverhältnis der Nachbarschaft
Diskussionen im Projektbeirat und bei ersten Mieterversammlungen während des Baus haben die Einschätzung entstehen lassen, dass eine Vorgabe für die Mischung der Mieter nach ihrer ethnischen Herkunft wünschenswert seien und dass ein Verhältnis von 1/3 Migranten und 2/3 Deutschen geeignet sei. Gerade Migrantenvertreter hatten wegen des Integrationswunsches in eine deutschgeprägte Umgebung gegen einen höheren Migrantenanteil votiert. Eine weitergehende Quotierung nach Nationen oder eine Gruppierung in bestimmten Häusern war nicht gewünscht. Die Ablehnung einer höheren Wohnbaufinanzierung bei der Hinnahme von städtischen Belegungsrechten eröffnete den Spielraum für eine eigene Mieterauswahl des Wohnungsunternehmens. Die freie Gruppierung der Familien in den verschiedenen Wohnungen und fünf Häusern hat die Offenheit der Nachbarschaft im Quartier gestärkt.

3.5.2 Bewusstmachung und Auswahl der Bewohner
Anknüpfend an Berliner Erfahrungen wurde bei der Vermietung eine mit dem Deutschen Mieterverein abgestimmte Mietvertragsklausel verwendet, die rassistisches Verhalten und Drangsalierungen von Nachbarn vorsichtshalber zum Kündigungsgrund erhoben. In der Projektbroschüre und mit Zeitungsberichten war die internationale Orientierung für die Mieterschaft darüber hinaus sehr deutlich gemacht worden. Im Bewusstsein des Wohnungsunternehmens um die hohe und preiswerte Wohnqualität wurde den Mietern eine Bewerbung um die Wohnungen auferlegt. Dazu war ein Fragebogen vorgegeben, der u.a. nach der inneren Bereitschaft der Migranten- und der deutschen Familien fragte, sich in wechselseitiger Toleranz und bewusst zu einer internationalen Nachbarschaft zusammenzufinden.
In Verbindung mit dem Bewerbungsverfahren hat sich eine offene, multikulturell reflektierte Mieterschaft im Habitat eingefunden und eine lebendige, neugierige Nachbarschaft gebildet. Das angestrebte Mischungsverhältnis von 2:1 wurde weitgehend erfüllt. Die stärkste Migrantengruppe ist türkischer Herkunft; insgesamt sind 10 Länder aus 3 Kontinenten mit Schwergewicht aus dem Mittelmeer-Raum vertreten. Es hat sich gezeigt, dass eine tief verankerte Integration ihre Zeit und Geduld braucht. Insbesondere haben die religionskonformen Wohnungen (10%) besonders traditionsbewusste moslemische Familien angezogen, die sich erst allmählich für das nachbarschaftliche Zusammenleben öffnen.

3.5.3 Begegnungen in den Außenanlagen
Internationales Zusammenleben braucht (und schafft) Hilfestellungen. Am unkompliziertesten gelingt es durch Kinder und Jugendliche, die vorbehaltlos aufeinander zugehen. Dazu wurden besonders differenzierte Außenanlagen, Mietergärten, Spielgeräte, Pumpe mit "Bächle" und Wasserbecken und ein zentraler Bouleplatz geschaffen. Der gesamte Außenraum wurde als autofreie, anregende Spielfläche vereinnahmt; unkompliziert können die Kinder ihre Spielsachen in den geschützten Innenräumen sogar draußen liegen lassen: Spielplatz ist überall.
Migrantenfamilien sind tendenziell stärker kinderorientiert, lassen ihnen mehr Freiheiten, erlauben ihren Kindern mehr Lärm und längere abendliche Spielzeiten als die meisten deutschen Eltern. Hierzu hat sich allmählich eine Anpassung auch bei den deutschen Familien zugunsten freieren Spielens entwickelt. Auch die Phantasie und Varianz der Kinderspiele ist angesichts der verschiedenen Herkunftskulturen größer. Das Hockey- und Fußballspielen zwischen den Häusern löst gelegentliche Klagen aus, wozu Kompromisse gefunden werden, da Freiheit und Rücksicht beides erziehungsrelevante Tugenden sind.
Im Außenraum der Wohnungen gehören begrünte Dachterrassen, große Balkone und im Erdgeschoss kleine Mietergärten (33). Informationsveranstaltungen mit der engagierten Landschaftsarchitektin, Pflanzvorschläge und jährliche Pflanzbasare mit dem Angebot von geeigneten, preiswerten Setzlingen und Blumen hat schnell zu einer engagierten Garten- und Kübelgestaltung geführt. Die Migranten und einige deutsche Familien haben gern auch Tomaten, Bohnen und Kohl angepflanzt, zudem sind viele Kräutergärtchen entstanden.
In den sorgfältig zonierten privaten, halböffentlichen und öffentlichen Flächen des Quartiers sind zehn kleinteilige Sitzgruppen und Baumstämme zum Spielen aufgestellt. Die Kinder und Erwachsenen nutzen diese zum abwechslungsreichen Zusammensitzen und Klönen, was die zwanglose Kommunikation fördert.

3.5.4 Klönschnack in und vor dem Waschsalon
Ein archaisches Bild des Zusammenkommens in dörflichen Siedlungen war in früheren Jahrhunderten überall das gemeinsame Waschen und Trocknen an Bachläufen und Seeufern. Eine zeitgemäße Wiederbelebung dieser Kommunikationsform bietet im Habitat ein ebenerdiger zentraler Waschsalon mit Industrie-Waschmaschinen und Trocknern mit Münzautomatik. In und vor diesem Raum ist ein Radio und je eine Sitzgruppe zum Plausch während der Waschgänge. Hier wird auch Tee gekocht, Kuchen gegessen und geraucht. Dieser Treffpunkt ist sehr geschätzt und fördert das unkomplizierte Kennenlernen beim Warten auf den nächsten Waschgang.

3.5.5 Offenes Zentrum auf dem Bouleplatz
Als eine einladende städtebauliche Geste wirkt der zur Haupterschließungsstraße gerichtete quadratische Spielplatz, der von neun großen Platanen überdacht und von sitzhohen Natursteinmauern eingefasst ist. Hier finden Boulespiele und gelegentlich Turniere, Ballspiele, Flohmärkte und andere Veranstaltungen (möbliert mit Bierzelt-Tischen und -bänken) statt. Dieser Treffpunkt ist für das Selbstverständnis des Habitat-Quartiers sehr wichtig, da er Spaziergänger, Besucher und Nachbarn von gegenüber einlädt. Ähnlich wirkt auch die baumumstandene "Grüne Mitte" und die von Sitzbänken flankierte Erschließungsdiagonale mit zwei 2 2/1geschossigen Durchgangstoren in den äußeren Häuserzeilen.
Diese Offenheit trägt dazu bei, den bei anderen Blockrandbebauungen auftretenden Ghetto-Charakter zu vermeiden. Habitat-Bewohner wollen Normalität und Transparenz für ihr internationales Zusammenleben.

3.5.6 Pizzeria und Dönerkiosk für Bewohner und Gäste
Am Rande des Bouleplatzes haben zwei unternehmerische Mieterfamilien eine Pizzeria und einen Kiosk für Döner, Getränke, Lebensmittel und Zeitungen eingerichtet. Durch ihre Außensitzplätze und Innenbestuhlung sind Kommunikationsangebote für die Bewohner und Gäste von "außen" geschaffen, die gern angenommen werden. Ein Problem entsteht gelegentlich durch den Besuch trinkfreudiger Kunden des Kioskes.

3.5.7 Zusammenkommen, Beten, Sport und Spiel im Gemeinschaftshaus
In einem Gemeinschaftshaus wurde für Kinder und Erwachsene ein Angebot geschaffen, das ein zwangloses, selbstbestimmtes Zusammenkommen fördert: Familienfeier- und Spielräume mit Tischtennisplatte, Tischfußball, Teeküche mit Herd, Spülmaschine, Eisschrank und Geschirr, Musik, Fernsehen und Spielsachen. Außerdem ein Fitnessraum mit 5 Trainingsgeräten und eine Sauna mit Dusche, die gegen ein geringes Entgelt gebucht werden können. Ein entsprechend hergerichteter Raum ist für Kontemplation und Gebet bereitgestellt; er wird freitags von Muslimen und sonnabends (mit wechselnder Ausstattung) von Katholiken genutzt. Es ist zu erwarten, dass weitere Religionsgruppen nach der Konsolidierung des Stadtteils dieses Angebot mitnutzen werden.

3.5.8 Nachbarschaftsförderung durch den Mieterverein Habitat
Nach häufigen Quartiersversammlungen und einigen Festen hat sich im Herbst 2000 ein Habitat-Mieterverein gebildet und dem Gemeinschaftsleben die wichtigsten Impulse gegeben. Ein Mieter hat gegen eine kleine Aufwandsentschädigung die Funktion des Quartiersmanagers mit der (Selbst)Verwaltung des Gemeinschaftshauses für den Verein übernommen. Der Mitgliedsbeitrag beträgt €0,50 je Familie und Monat und bringt kleine Preisvorteile bei den Nutzungsgebühren, aber auch Reinigungspflichten und dergleichen. Die Bewohner wählen aus ihrer Mitte jährlich den Vorstand. Als Bindeglied zum Vermieter hat der in Rente gegangene Geschäftführer des Gundlach Wohnungsunternehmens die Funktion des Schatzmeisters übernommen.
Mit entsprechend motivierten Vereinsmitgliedern werden Nutzungsregeln für das Wohnen, Heiz- und Nebenkostenabrechnungen oder mieterinterne Probleme mit dem Wohnungsunternehmen diskutiert. Abgesehen von den städtisch teilsubventionierten Bau- und Einrichtungskosten des Gemeinschaftshauses (€ 400 je m2) sind die laufenden Kosten aus Beiträgen und Nutzungsentgelten weitgehend gedeckt. Bisher sind keine Vandalismus- oder Graffitiprobleme aufgetreten (sie sind im Kern sprachlose Kommunikationsformen gegenüber einem desinteressierten Vermieter) und manche Verwaltungskostenelemente im Habitat-Quartier konnten gemindert und die Wiedervermietung deutlich verbessert werden.
Das integrationsfördernde Zusammenleben im Habitat-Quartier ist von der eigenständigen Initiative und den Selbsthilfewünschen der Bewohner geprägt. Jeder macht in Nutzung der Räumlichkeiten die selbstgestaltete Feier, Veranstaltung oder ein Gruppentreffen mit denjenigen Teilnehmern, die er einlädt oder die einfach zusammenkommen. Die räumlichen Möglichkeiten und die Ausstattung sind für alle Nutzungen geeignet. Die Raumorganisation, Anmeldung und Nutzungsentgelte (vgl. Nutzungsbedingungen in Anlage ) betreut gegen eine niedrige Aufwandsentschädigung ein Quartiermanager, der selbst Mieter ist und nicht zuletzt durch seine Ehe mit einer muslimischen Türkin über die notwendige Sensibilität für Integrationsaspekte verfügt. Der Vorstand begleitet das Nachbarschafts- und Vereinsleben und initiiert Feste und Veranstaltungen zusammen mit dem Quartiermanager (Für alle Hausmeisterangelegenheiten gibt es ein Büro in der Anlage und einen halbtägigen Mitarbeiter des Wohnungsunternehmens- diese Arbeitsteilung hat sich als sehr wichtig erwiesen). Viele Mieter haben darüber hinaus gemäss eigener Neigungen besondere Funktionen übernommen, z.B. Boulewart, Mädchengruppenleitung, Werkstattbetreuung, Ferienprogrammbegleitung, Flohmarktorganisation, Mitwirkung im Stadtteilgremium u.a.m., wodurch der Selbsthilfe-Aspekt betont wird.
Das oft nicht speziell integrationsorientierte, sondern eher allgemein nachbarschaftlich für alle gestaltete und sich selbst entwickelnde Gemeinschaftsleben kann aus einer Auflistung der Veranstaltungen des Nachbarschaftsvereins Habitat entnommen werden:

  • Neujahrsempfang für alle Habitatbewohner mit Bezirksbürgermeister, Lokalpolitikern, evangelischen/katholischen Pfarrern sowie Moschee-Vertretern, Mitwirkenden in städtischen Institutionen und Wohnfahrtsverbänden
  • Zwei Mieterversammlungen zur Diskussion aller Nachbarschaftsthemen p.a.
  • Religiöse Feiern christlicher Art (Weihnachten, Ostern) und moslemischer Art (Opferfest mit Hammelbraten und mitgebrachtem Essen)
  • Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Winterfeste, Flohmärkte
  • Pflanzbasar und Grünberatung
  • Ferienaktionen mit Zoobesuch, Ausflügen in die nähere Umgebung, zum Baden, zu Bauernhöfen u.a.
  • Werkstatttreffen für Moped- und Fahrradreparaturen und alle Arten von Basteleien (Werkstatt mit allen Werkzeugen in der Tiefgarage)
  • Gelegentliche Frauentreffen
  • Regelmäßige Mädchengruppe
  • Kinderspielen mit Fußball, Tischtennis, Tischfußball u.a.m.
  • Bouleturniere
  • Gelegentlich Schulaufgabenhilfe, Internet-Infos
  • Treffen zu Fachproblemen des Wohnens wie z.B. Streit mit Internet- und Fernsehprovidern, Müllproblemen, Heizen und Lüften
  • Fitnesstraining nach Verabredung
  • Saunabesuch
  • Privatfeiern aller Art
  • Raumangebot für verschiedene Gruppen, an denen Mieter beteiligt sind und für Gebetsgruppen aller Religionen

4. Wirkungen des Habitat-Projektes und des Nachbarschaftsvereins

Integrationsprojekte können sich auf die politische Durchsetzung alter und neuer politischer Ideale zu Gleichheit der Lebensbedingungen in Gesellschaften im Sinne z.B. des 1 Welt-Gedanke richten. Sie können andererseits altruistische und sozialarbeiterische Ziele zur Förderung der benachteiligten Zuwanderer verfolgen. Habitat will dagegen die Normalität im täglichen Zusammenleben von Zuwanderern und der Aufnahmegesellschaft praktisch umsetzen und gleichzeitig die kleinen, unauffälligen Integrationshilfen im so wichtigen Alltagsbereich des Wohnens beispielgebend und experimentierend zur Diskussion stellen. Das internationale Zusammenleben ist längst eine gesellschaftliche Realität geworden, der sich niemand entziehen kann. Dennoch misslingt hierbei so viel, dennoch verpassen so viele Menschen aus der Aufnahmegesellschaft die Bereicherung aus der Zuwanderung und deren Kulturen, dennoch gibt es so viele Benachteiligungen und Vorurteile gegenüber den Migranten auch und leider gerade in Deutschland. Habitat will Wirkungen durch unideologische, lebenspraktische Selbstverständlichkeiten des Zusammenwohnens und der Nachbarschaft entfalten.
Zielgruppen des Habitat-Projektes sind gleichermaßen bewusst und reflektiert Wohnende der deutschen Aufnahmegesellschaft (2/3 Anteil) und der Zuwanderer (1/3 Anteil), die sich neugierig und kooperativ auf eine gute Nachbarschaft einlassen. Die Integration vollzieht sich aus den Lebenszusammenhängen und vielen Berührungspunkten ohne moralischen Zeigefinger von allein, sie wird nicht übermäßig thematisiert. Es ist somit nicht Integration für, sondern vielmehr Integration mit Zuwanderern. Dazu wirken Offenheit und Hilfestellung für den gemeinsamen Integrationsprozess von Aufnehmenden und Migranten gleichermaßen, gleichzeitig und gleichberechtigt.
Im Habitat-Quartier nehmen Zuwanderer wie Deutsche stärker am gesellschaftlichen Leben teil. Dies geschieht durch die beiderseitigen Vorteile eines guten Wohnens in Nachbarschaft. Und es erweitert sich auf das Leben im Stadtteil und in der Kommune. Das unauffällige "empowerment" des Habitat hat möglicherweise dazu beigetragen, dass Bewohner eine integrative Kindertagesstätte für Behinderte und Nichtbehinderte in einem benachbarten Haus entwickelt haben, dass ein Selbsthilfekreis von Glücksspiel-Abhängigen sich trifft, dass eine mosambikanische Assoziation einen Förderverein gegründet hat, ein kurdischer Verein sich dort trifft, der örtliche Sportverein eine Judo-Gruppe eingerichtet hat und die katholische Kirche einen Gebetsraum abwechselnd mit Muslimen nutzt oder eine Krankengymnastengruppe mit Rollstuhlfahrern und Bewohnern Boule spielt. Derartige Nutzergruppen und Veranstaltungen ändern sich nach Bedarf der Nachbarn häufig.
Die Allgemeinheit kann also einerseits von kleinen, konkreten gesellschaftlichen Entwicklungen im Habitat profitieren. Andererseits kann sie durch die Wahrnehmung eines als ermutigend empfundenen Beispiels Impulse erhalten. Es ist wünschenswert, wenn andere Nachbarschaftsprojekte entstehen und mehr Erfahrungsaustausch über wohnwirtschaftliche und soziale Aspekte der Internationalität unserer Städte entsteht.