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Preisgekrönter Storch: Adebar - Unterstützung für junge Familien in St.Pauli/Altona Altstadt

Geschrieben von Sabine Stövesand am .

Kontakt:

Prof. Dr. Sabine Stövesand, Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg, Fakultät für Soziale Arbeit und Pflege, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Dieser Artikel ist eine Neuveröffentlichung des gleichnamigen Aufsatzes in  standpunkt: sozial 1/07, http://www.standpunkt-sozial.de/


Das Hamburger Familienprojekt "Adebar" wurde im vergangenen Jahr unter 278 Bewerbern aus dem ganzen Bundesgebiet für den ersten Platz im Wettbewerb um den deutschen Präventionspreis ausgewählt. Der Preis wird vom Bundesministerium für Gesundheit, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Bertelsmann Stiftung für Projekte mit beispielhaftem Charakter vergeben. Trägerin ist die GWA St.Pauli-Süd. Initiiert und konzipiert wurde das Projekt von Sabine Stövesand (ehem. Geschäftsführerin) und Mirjam Hartmann, die auch seit Beginn (2001) Projektleiterin ist. Der Artikel beruht in Teilen auf Unterlagen, die Frau Hartmann freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.


Was ist Adebar?

Adebar ist eine Einrichtung im Schnittfeld von Sozialarbeit und Gesundheitsförderung und im Gebiet St. Pauli Süd und in Teilen von Altona Altstadt tätig. Das sind Stadtteile mit ungünstigen Wohnumfeldbedingungen, was z.B. Grünflächenmangel, dichte Bebauung, teilweise auch Verkehr und Lärm betrifft. Die Einkommen sind unterdurchschnittlich, die Arbeitslosigkeit hoch, mehr als 35 % der BewohnerInnen haben keinen deutschen Pass. Es gibt viele Alleinerziehende (ca. 40%) und sehr junge Mütter. Adebar bietet Beratung und Begleitung für Familien. Zu den Zielgruppen gehören

Schwangere, Familien mit Kindern von 0 - 10 Jahren und junge Menschen im Übergang zur Elternschaft.

Mit der Ausschreibung zum Deutschen Präventionspreis 2006 unter dem Leitthema "Stärkung der Elternkompetenz" wollten das Bundesministerium für Gesundheit, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und die Bertelsmann Stiftung darauf aufmerksam machen, dass es an einer flächendeckenden, niedrigschwelligen Versorgung mit Beratungs- und Hilfsangeboten für junge Eltern mangelt. Die Notwendigkeit solcher Angebote ergibt sich daraus, dass Entwicklungs- und Verhaltensstörungen, psychische und psychosomatische Erkrankungen im Kindesalter in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen haben - nicht nur, aber vor allem bei Kindern aus sozial benachteiligten Familien. Da die Erfahrungen in der frühen Kindheit grundlegend für die weitere Entwicklung, und Kleinkinder besonders abhängig und verletzlich sind, ist eine frühe, flexible und leicht zugängliche Unterstützung für junge Eltern im Bedarfsfall ungeheuer wichtig.

Dieser Bereich bzw. die Notwendigkeit hier stärker aktiv zu werden, steht seit einiger Zeit, leider aufgrund solch furchtbarer Geschehnisse wie z.B. dem Tod von Jessica in Hamburg oder dem des kleinen Kevin in Bremen, stark im Focus öffentlicher Aufmerksamkeit. Ein Kritikpunkt in diesen Fällen waren unter anderem die mangelnde Absprache und fehlende Kooperation zwischen den Professionellen im Sozial- und im Gesundheitsbereich, die ein rechtzeitiges und konsequentes Handeln verhindert haben.


Vernetzung und Niedrigschwelligkeit

Diese Problematik ist nicht ganz neu. Von Seiten der Hamburger Behörden wurde bereits vor Jahren auf die Situation reagiert, dass die Hilfen im Kinder- und Jugendbereich zu wenig vernetzt sind. Deshalb wurden in 2001 zehn Projekte zur Förderung der Kinder- und Jugendhilfe im Stadtteil als Modellprojekte für zwei Jahre implementiert, die so genannten Schnittstellenprojekte. Nach der Erprobungsphase wurden diese Projekte an die Bezirke abgeben, die meisten konnten als Regelprojekte weiterarbeiten. Eines davon war Adebar in St.Pauli/Altona Altstadt.

Adebar, der Storch bedeutet "Glücksbringer" - traditionell wird er mit Kindersegen assoziiert. Das Projekt Adebar engagiert sich dafür, dass dieses Glück für Eltern und Kinder lebbar wird. Gerade für Familien in sozial benachteiligten Wohnquartieren und mit geringen sozio-ökonomischen Ressourcen bedeutet Nachwuchs häufig eine besondere Belastungssituation. Nicht umsonst sind die Fallzahlen für die Hilfen zur Erziehung in den Hamburger Armutsquartieren wie St. Pauli-Süd sehr hoch. Genau diese Familien werden mit den herkömmlichen Mitteln jedoch nicht gut erreicht.

Üblich ist in der Regel eine "Komm-Struktur" in Zusammenhang mit manifest gewordenen Problemen, d.h. erst mal muss sich ein richtiges Problem entwickelt haben, so dass die Betroffenen sich eingestehen, dass die Lage dringlich ist. Gerade bei Eltern- bzw. Mutterschaft ist es aber nicht leicht, Hilfebedarf bzw. Fehler zuzugeben. Immerhin sind die normativen Konzepte von glücklicher Familie bzw. Rabenmutterschaft stark verankert und die Angst, dass "die da oben" einem die Kinder wegnehmen, ist weit verbreitet. Weiterhin muss die oder der Betreffende dann erst einmal eine entsprechende Beratungsstelle finden, aufsuchen und riskieren, dabei eventuell von Bekannten gesehen zu werden und ins Gerede zu kommen. In der Regel muss ein Termin abgemacht werden und es gibt eine Wartezeit. D.h. es existieren erhebliche Barrieren, insbesondere für Menschen, denen es selbst nicht so gut geht, die nicht gelernt haben, sich zielgerichtet Informationen zu besorgen und die vielleicht auch gar nicht gut Deutsch lesen und verstehen können, selbst wenn sie hier geboren wurden. Und die aufgrund von anderen Erfahrungen, sei es in der Ausländerbehörde oder im Jobcenter, öffentlichen Institutionen sehr viel Misstrauen entgegenbringen.

Präventionsmaßnahmen und Frühförderung sind in dieser Perspektive ebenfalls eher hochschwellig. Für viele Menschen ist es nämlich erst recht nicht einsichtig, sich Rat und Hilfe zu holen, bevor es überhaupt ein manifestes Problem gibt. Schwierigkeiten bei der Alltagsbewältigung und Überforderung mit / durch Erziehung und Förderung der Kinder werden nicht unbedingt als hilfebedürftige Situation artikuliert. Eine aktuelle Befragung von 495 Schwangeren und jungen Müttern ergab, dass sie bei Unsicherheiten hauptsächlich das Gespräch mit Personen suchen, die eines oder mehrere der folgenden Kriterien erfüllen:

Schnelle und problemlose Verfügbarkeit, Kompetenz im Thema und/oder sie stehen der jungen Mutter persönlich nahe. Verwandte, vor allem die eigenen Mutter (79%), Freunde/Bekannte (72 Prozent) stehen hier an erster Stelle, gefolgt vom eigenen Partner (Bertelsmann Stiftung 2006).

In jungen Familien, die von Adebar betreut werden, steht dieses stützende soziale Netzwerk oft jedoch nicht zur Verfügung, weil die jungen Frauen alleine leben und kaum Kontakt zur Familie haben. Häufig sind die Beziehungen auch belastet. Wenn die jungen Mütter mit einem Partner leben, sind diese oft gewalttätig, haben Alkoholprobleme, sind langzeitarbeitslos oder wechseln häufig. Tragfähige Beziehungen, welche die junge Mutter und das Kind stützen, sind nur eingeschränkt vorhanden. Als Konsequenz folgt daraus, dass neue Angebote mit flexiblen Zugangswegen erforderlich sind, dass soziale Netzwerke zu initiieren bzw. zu stabilisieren sind und dass adäquate Angebote nur mit interdisziplinärer Kooperation zwischen Jugendhilfe und Gesundheitsdiensten entwickelt werden können.

Aus dem bisher Gesagten ergeben sich bestimmte Arbeitsprinzipien für die konkrete Angebotsentwicklung: Sie muss niedrigschwellig sein, sich also auszeichnen durch: Alltagsnähe, familienfreundliche Öffnungszeiten, Berücksichtigung biografischer Zeitfenster, durch unbürokratische Inanspruchnahme (das heißt es müssen nicht erst Anträge gestellt werden) und es ist darauf zu achten, dass Angebot und Ort nicht stigmatisieren. Weiterhin zu nennen sind die Berücksichtigung einer angemessenen Informations- und Kommunikationsform, eine nicht-akademische oder moralisierende, persönliche Ansprache, die Beachtung spezieller kultureller / religiöser/ weltanschaulicher Hintergründe sowie die Anschlussfähigkeit und Durchlässigkeit zu anderen Angeboten. Dieser letzte Punkt führt zu einem weiteren wichtigen Arbeitsprinzip, dem der Kooperation mit anderen Trägern.


Kooperation im Stadtteil

Es braucht eine Zusammenarbeit mit den Einrichtungen, die vor Ort vorhanden sind bzw. die für Familien, welche in einem bestimmten Sozialraum leben, zuständig sind. Nur so können die aufwendigen und zum teilwidersprüchlichen "Mehrfachbehandlungen" oder auch Nichtbefassungen vermieden werden. Bei Adebar arbeitete eine Reihe von Institutionen in den ersten Jahren verbindlich in einer Steuerungsgruppe. Mittlerweile wurde ein ganzes Netz unterschiedlicher Kooperationen, d.h. mit festeren und loseren Maschen, gesponnen. Erforderlich hierfür ist auf Seiten der professionellen AkteurInnen ein Selbstverständnis als "Angestellte des Sozialraums" mit Blickrichtung über den Tellerrand des eigenen Trägers hinaus. Auf solch einer sozialräumlich orientierten Kooperationsbasis können dann verschiedene Zugänge zu den AdressatInnen flexibel genutzt und neue Orte entdeckt werden, z.B.

  • - Sozialberatung in der Gynäkologiepraxis
  • - Familienberatung beim Kinderarzt oder noch weiter gedacht
  • - Gesundheitsangebote in der Moschee oder beim türkischen Kulturverein
  • - Beratung auf dem Wochenmarkt...

Dies leitet über zu einem weiteren, zentralen Arbeitsprinzip: die Angebotsentwicklung muss lebenswelt- und sozialraumorientiert sein.


Lebenswelt- und Sozialraumorientierung

Die Angebotsentwicklung muss erstens an den Erfahrungen und Bedürfnissen der AdressatInnen ansetzen; zweitens muss sie die Wechselwirkung zwischen sozialer Benachteiligung und einem sozialräumlichen Umfeld, das durch seine schlechten Bedingungen die Benachteiligung verstärkt einerseits und dem individuellen Verhalten andererseits berücksichtigen. Entsprechend sollte Problemlagen nicht primär mit individuellen Hilfesettings, sondern mit Handlungsstrategien begegnet werden, die sozioökonomische Kontexte berücksichtigen, unterschiedliche Handlungsebenen realisieren, Aktivierung, Beteiligung und Hilfe zur Selbsthilfe als Grundsatz der Arbeit sehen und eine Verbesserung der Lebensbedingungen / Teilhabechancen der NutzerInnen zum Ziel haben. Es braucht also ein mehrdimensionales Handlungskonzept, das die verschiedenen Problemebenen von Armut, Isolation, mangelndem Wissen und ungünstigen Verhaltensmustern, d.h. individuell und sozialstrukturell, niedrigschwellig und vernetzt bearbeitet.

Um auf diese komplexen Anforderungen regieren zu können war es sinnvoll, Adebar an eine seit langem existierende Einrichtung wie die GWA St. Pauli-Süd mit ihrem Stadtteilzentrum Kölibri anzudocken. Dies bot den Vorteil etablierter Netzwerke und Zugang zu vielfältigen Angeboten - von Bistrobetrieb, Hausaufgabenhilfe über Sozialberatung Mieterarbeit, Sprachkurse, Theaterarbeit und Unterstützung von Bürgerinitiativen.

Adebar selbst deckt folgende Arbeitsbereiche ab:

  • - Soziale Stadtteilentwicklung
  • - Familiencafe / Offener Raum
  • - Familienhebammenangebote
  • - Familiäre Krisenhilfe
  • - Schulprojekte mit 7. bis 10. Klassen

Die Bereiche greifen in einander. Die Mitarbeiterinnen nutzen die Anregungen aus den Gesprächen im Café sowie die Rückmeldungen in den Schulprojekten, den Kursen und die Erfahrungen bei der Einzelfallhilfe, um die Angebote von Adebar den aktuellen Anliegen der NutzerInnen anzupassen. Die Familienhebamme macht die Frauen auf das Kursangebot im Café aufmerksam; die Besucher des Cafés werden im Bedarfsfall an die familiäre Krisenhilfe weitergeleitet; die Hebammen und Sozialpädagoginnen des Projekts betreuen nicht selten gemeinsam dieselbe Familie. Neben der internen Kooperation werden die Kontakte nach außen gepflegt. So helfen die Mitarbeiterinnen z. B. den Eltern beim Umgang mit Ärzten und Ämtern. Der ständige Informationsaustausch unterschiedlicher Professionen und Institutionen ist integraler Bestandteil des Projektkonzepts und keine Zusatzaufgabe zu der "eigentlichen" Arbeit. Eine Besonderheit von Adebar besteht darin, dass sich die externe Kooperation auch auf die Ebene der Lokalpolitik erstreckt. Das Projekt ist durch seine Mitarbeiterinnen unter anderem im Landesjugendhilfeausschuss, im Arbeitskreis St. Pauli, dem Runden Tisch "Frühe Hilfen" und anderen für die Stadtentwicklung zuständigen Gremien vertreten.

Diese Multidimensionalität und die nachweisbaren Erfolge wurden durch die Preisverleihung gewürdigt. Adebar wurde als Projekt mit bundesweitem Vorbildcharakter ausgewählt weil, so die Jury, es "die perfekte Mischung hat."


Soziale Arbeit als Agentin sozialer Veränderung

Ich möchte abschließend insbesondere die institutionelle Einbettung von Adebar in eine Einrichtung der Gemeinwesenarbeit, nämlich die GWA St. Pauli-Süd e.V. als Trägerin von Adebar und die große Bedeutung von Sozialraumorientierung, die das Adebar-Konzept auszeichnen, herausstellen.

Warum?

Heutzutage ist es ja relativ verbreitet, auf die einzelne Person zu schauen, wenn es um Problemlagen geht. Vereinfacht gesagt: Bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen wird eher nach dem Risikoverhalten oder der genetischen Disposition der Betroffenen geforscht, als nach den Umweltbedingungen, wie der Lärmbelastung oder Schadstoffemmissionen im Wohnumfeld. Wenn eine Familie Mietschulden hat, Räumung droht, wird vor allem nach dem individuellen Umgang mit dem Geld geschaut, nicht auf die städtische Wohnungspolitik oder die Renditeerwartungen von Immobilienfonds.

Ein Grund ist vermutlich, dass die Eltern und ihr Verhalten greifbarer sind als die städtische Wohnungsbaugesellschaft. Nur - wenn die Miete einfach zu hoch ist, gemessen am Einkommen oder die Wohnung feucht, dann können die Eltern noch so sparsam sein oder sich und die Kinder noch so wasserabweisend kleiden, das hilft nicht wirklich. Und: soll man den Kindern eher Ohropax in die Ohren stecken oder die Gründung einer Verkehrsinitiative unterstützen?

Es ist doch seltsam: Je größer soziale Ungleichheit und je größer die Kinderarmut, desto stärker setzen die Lösungsvorschläge am Individuum an. Armut wird heute wieder als individuelles Lebensrisiko gehandelt, dass man irgendwie managen muss und dafür gibt es dann Verhaltenstrainings für so genannte Hochrisiko-Familien, damit die trotz Armut und Stress und schlechten Wohnbedingungen nicht ausflippen und gute Eltern sind. Bei abweichendem Verhalten von Kindern wird mit Blick auf die Eltern, vor allem die Mütter, mittlerweile in erster Linie nach der Bindungsqualität gefragt und weniger nach den gesellschaftlichen Verhältnissen, die heutzutage, wo Arbeitszeiten entgrenzt werden und ständige Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt gefordert ist, verlässliche Bindungen zunehmend erschweren.

Die Aktivitäten zur Unterstützung positiver und verlässlicher früher Bindungen sind wichtig, gerade auch in der Arbeit von Adebar. Gleichzeitig sind sie gesellschaftlich zu kontextualisieren und mit anderen Ansätzen zu kombinieren. Die Möglichkeiten der Eltern, dem Kind mit Feingefühl und Zuverlässigkeit zu begegnen hängen immer auch von Faktoren ab, die nicht einfach über Verhaltenstrainings und Informationen beeinflusst werden. Statt der ausschließlich fürsorglichen Belagerung der Armen wäre die energische Inpflichtnahme von Politik und Wirtschaft mindestens genauso geboten. Erinnert werden soll hier an die international vereinbarte Aufgabe von sozialer Arbeit als Agentin für die Veränderung sozialer Verhältnisse. Es kann nicht sein, dass wir den Menschen ausschließlich dabei helfen, sich den schlechten Verhältnissen anzupassen.

Gemeinwesenarbeit bedeutet, die Menschen in ihren sozialen Bezügen zu sehen und davon auszugehen, dass bestimmte Probleme nicht nur Einzelne betreffen und letztlich weder ausschließlich individuell verursacht sind, noch so gelöst werden können. Die Idee ist, neben der individuellen Förderung, Menschen so zu unterstützen, dass sie in der Lage sind, gemeinsam ihre Interessen zu formulieren und sich für die Veränderung benachteiligender Lebensbedingungen einzusetzen. Das kann von der Verkehrsberuhigung, über die Anlage einer dringend benötigten Grünanlage bis zu Protesten gegen die Schließung des lokalen Krankenhauses gehen.

Mit klassischer Einzelfallarbeit kommt man hier nicht weit. Außerdem: wenn es den Eltern gut geht, geht es auch den Kindern gut. Kinderwelten existieren nicht unabhängig von den Elternwelten, beide sind Teil eines größeren Gemeinwesens.

Ich möchte damit schließen, die Aufmerksamkeit noch kurz auf vier konkrete Anliegen zu lenken, und zwar

  1. Die in Hamburg im Rahmen der Präventionsarbeit viel gelobten sechs Hebammenprojekte sind mit insgesamt 120.000 Euro pro Jahr genauso ausgestattet wie der jährliche (2005) Verwaltungstopf der geschlossenen Unterbringung Feuerbergstraße. Wie wäre es damit, die einen aufzustocken und das andere abzuwickeln?
  2. Familienzentren sollten analog den Jugendzentren (natürlich nicht stattdessen) flächendeckend etabliert werden
  3. Sozialraumorientierung sollte nicht zur Billigvariante von HzE werden.
  4. Die kurzfristige, unvermittelte Schließung des ältesten Hamburger Projekts der Gemeinwesenarbeit, dem Sonnenland, ohne vorherige Konsultation des Trägers kann so nicht stehen bleiben. Die Weiterführung der Gemeinwesenarbeit in diesem Quartier muss sichergestellt werden!