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Der Positive Blick auf Kinder und Eltern - Kinder- und Familienzentrum Schillerstraße

Geschrieben von Jutta Burdorf-Schulz am .

Kontakt:

Jutta Burdorf-Schulz, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


1. Der Blick über den Tellerrand:

Early Excellence Programm und das Pen Green Centre in England

Der Name ‚Early Excellence’ ist Programm und macht den Anspruch deutlich, dass eine bestmögliche frühe Förderung im frühkindlichen Bereich eine wichtige Forderung für den Bildungsbereich ist und mit familienunterstützenden Angeboten gekoppelt sein sollte.
Das EEC - Programm wurde 1997 auf nationaler Ebene von der englischen Regierung ins Leben gerufen. Die konzeptionellen Anforderungen verknüpfen einen hohen Qualitätsanspruch an die pädagogische Arbeit mit intensiver Zusammenarbeit mit den Eltern und neuen integrierten Unterstützungs- und Bildungsangeboten für die ganze Familie. Eine Grundvoraussetzung für die Förderung nach diesem Programm ist es, das Eltern als die ersten Erzieher ihrer Kinder partnerschaftlich in die pädagogische Arbeit einbezogen werden und nach Bedarf Elternbildung, Familienhilfe und weiterführende Angebote vernetzt angeboten werden. Das nationale Förderprogramm ‚Early Excellence’ wurde in England inzwischen in ein noch umfassenderes Programm der ‚Children Centre’ umgewandelt, die Zielsetzungen sind jedoch auch hier integriert. Um vorzustellen, wie dieses Programm in der Praxis aussieht, möchten wir eines der ersten Early Excellence Centre vorstellen.
Bei einem Besuch im Pen Green Centre in der ehemaligen Stahlarbeiterstadt Corby, wird jedem Besucher schnell deutlich, dass das Besondere dieses Zentrum, die positive und ressourcenorientierte Grundhaltung aller Beteiligten ist (http://www.pengreen.org/).
Zwei Prinzipen bilden den Kern und sind Motor für alle Inhalte und Aktivitäten:

  • Das Kind wird individuell in seinen Stärken und Kompetenzen wahrgenommen. Diese zu entdecken, zu beobachten und dann gezielt zu fördern und zu unterstützen bilden den Ausgangspunkt aller Aktivitäten.
  • Die Eltern werden als die 1. Erzieher ihrer Kinder wahr- und ernst genommen. Sie werden in die pädagogische Arbeit einbezogen und gleichzeitig steht die präventive Stärkung der Familien im Mittelpunkt.

Bei der daraus resultierenden Vielzahl von Angeboten für Eltern, Kinder und Familien kann man dann schon mal den Überblick verlieren. Besucher erleben jedoch die kindzentrierte Ausrichtung und Atmosphäre und fühlen sich willkommen. Zur absolut wichtigsten Gruppe, den Kindern im Pen Green Centre, gibt es eigentlich nur zu sagen, dass sie sich sichtbar wohl fühlen und vielfältige Möglichkeiten haben, als kleine Forscher die Welt zu erobern. Sie können sich entscheiden, wie sie ihr Spiel und ihre Aktivitäten gestalten wollen und erhalten dabei aufmerksame Unterstützung und Anregungen durch die Family-Worker 1). Das Pen Green Centre war eine der ersten Einrichtungen, die in das Programm der EEC in England aufgenommen wurde und bis heute gehen von hier national und international viele Impulse der Weiterentwicklung im Elementarbereich aus.


2. Die Entstehung des Projekts: Kinder- und Familienzentrum Schillerstraße

Ermöglicht wurde die Entwicklung dieses Projekts durch eine langfristige finanzielle Unterstützung der Heinz- und Heide Dürr-Stiftung. Diese private Stiftung, die kulturelle und soziale Projekte hauptsächlich in Berlin fördert, initiierte das Projekt. Im Rahmen einer Recherche für die Stiftung, stieß die Psychologin Frau Dr. Annette Lepenies auf das Pen Green Centre in Corby. Das Pestalozzi-Fröbel-Haus 2) wurde als Trägereinrichtung gewonnen und bei einem Besuch des Pen Green Centres im Mai 2000, informierten sich die Verantwortlichen vor Ort über die überzeugende pädagogische Arbeit und es entstand die Idee einer Übertragung, die den hiesigen Rahmenbedingungen angepasst sein sollte.

2.1. Umsetzung der Projektidee

Im Juli 2000 wurde die Entscheidung getroffen, als ersten Standort der Übertragung die PFH-Kita ‚Schillerstraße’ auszuwählen. In dieser Kindertagestätte für 115 Kinder und ihren Familien stehen seit September 2001 die Bildungsprozesse der Kinder und die Einbeziehung der Eltern und Familien im Mittelpunkt einer konzeptionellen Neuentwicklung. Außerdem wurde ein kleines Familienzentrum innerhalb des Hauses eingerichtet, wo inzwischen eine Vielzahl von unterschiedlichen Kursen und Gruppen zum Mitmachen und Mitgestalten einladen (http://www.pfh-berlin.de/deutsch/1/modell/schiller.html).
Die Neuorientierung der bereits seit 1975 bestehenden Kita hin zu einem Kinder- und Familienzentrum, wurde von den zuständigen behördlichen Stellen in Berlin. Außerdem wurde bereits in der Startphase mit der Evaluierung des Projekts begonnen.
Da das EEC-Konzept sehr viele Aspekte und Neuerungen enthält, wurden die wichtigsten Säulen dieser Arbeit in folgende Zielsetzungen unterteilt, die richtungsweisend für die Weiterentwicklung ist und in enger Vernetzung umzusetzen sind:

  • die Verbesserung der Bildungs- und Betreuungsqualität der Einrichtung
  • die Entwicklung neuer Formen der Zusammenarbeit mit Eltern,
  • der Aufbau einer integrativen Familienarbeit und eines Familiennetzwerkes,

3. Verbesserung der Bildungs- und Betreuungsqualität

Die wesentliche pädagogische Grundorientierung ist, dass das Kind aus sich selbst heraus lernen will. Ziel der pädagogischen Arbeit ist es deshalb, ein vielseitiges Lernen zu ermöglichen und Selbstbildungsprozesse der Kinder anzuregen und den Forschungsdrang zu unterstützen. Aufgabe der Erzieherinnen ist es, den Kindern eine reiche, anregende und herausfordernde Umgebung anzubieten, sie in ihrem Tun zu begleiten und zu fördern. Das "freie Spiel" nimmt dabei einen zentralen Platz ein. Das Kind kann zugreifen und begreifen. Es ist eine Herausforderung für alle Mitarbeiter/innen den Kindern jeden Tag die Chance zu eröffnen, selbst bestimmt zu lernen. Die gezielte Beobachtung (Wahrnehmung) der Kinder nimmt in diesem Prozess eine Schlüsselrolle ein, um darauf aufbauend, eine individuelle Förderung der Kinder planen zu können. Dieser Prozess wird dokumentiert und auch in der Zusammenarbeit mit den Eltern transparent eingesetzt. Ziel dieses prozessorientierten Beobachtens ist es vor allem, das Kind ‚im Blick’ zu haben und seine individuellen Entwicklungsprozess zu beachten.
Parallel zur kontinuierlichen Weiterbildung der Mitarbeiterinnen wurde im Jahr 2001 mit einem Austauschprogramm zwischen dem Pen Green Centre und dem Kinder- und Familienzentrum – Schillerstraße begonnen. In den folgenden Jahren bekamen alle Erzieher/innen die Gelegenheit, die Arbeitsweise dort vor Ort kennen zu lernen. Insbesondere die Möglichkeit, die Arbeit praktisch durch Hospitationen kennen zu lernen, zeigte einen nachhaltigen Effekt, da die Erzieher/innen so selbst neue Eindrücke in die Arbeit in Berlin einfließen lassen konnten.
Die Prozess der Verbesserung in der pädagogischen Arbeit ist sicherlich nie abgeschlossen, es zeigt sich jedoch zunehmend die positive Resonanz bei allen Beteiligten:
Es zeigt sich, dass Forschergeist, Kreativität und Entscheidungskompetenz bei den Kindern gestärkt und unterstützt wird.
Die Arbeit im Team hat sich gefestigt und der kreative Austausch unter den Kolleginnen bringt neue Impulse für die Weiterentwicklung. Tägliche Austauschzeiten, wöchentliche Klein-Teambesprechungen, Gesamtmitarbeiterbesprechung und kontinuierliche Fortbildungen, bilden die Kommunikationsgrundlagen des Projekts.
Im Bereich der Dokumentation (Foto-, Videoaufnahmen, Berichte) wird inzwischen für jedes Kind ein Fotobuch, das sogenannte Situationsbuch angelegt. Diese Bücher sind aus der Einrichtung inzwischen kaum noch wegzudenken, da sie zu einem wichtigen Instrument der Kommunikation zwischen Kindern, Eltern und Mitarbeiterinnen geworden sind. Auch die Gestaltung von Entwicklungsordnern und Wandausstellungen zu den Inhalten der Arbeit werden von allen Beteiligten sehr geschätzt
Ein weiterer wichtiger Themenkomplex bildete die Neuorientierung in der Zusammenarbeit mit den Eltern.


4. Entwicklung neuer Formen der Zusammenarbeit mit Eltern

Eine weitere Zielsetzung ist eine intensivierte Zusammenarbeit zwischen Pädagogen und Eltern, um einen gleichberechtigten, aktiven und respektvollen Dialog zwischen Eltern und den Erzieher/innen zu fördern. Der Inhalt dieses Dialogs geht von den kindlichen Lernprozessen aus, die beobachtet werden. Die Erzieher/innen erkundigen sich auch bei den Eltern, was sie zu Hause beobachten, um diese Informationen in die pädagogische Planung einzubeziehen. Somit werden die Eltern als die Experten ihrer Kinder einbezogen und ernst genommen. Dieser Austausch findet in gemeinsamen Entwicklungsgesprächen statt, zu denen die Erzieherinnen zweimal im Jahr einladen.
Weitere Formen der Zusammenarbeit mit Eltern, die sich in die Kita-Arbeit einfügen, sind in den Konzeptbausteinen (2004) des Hauses wie folgt beschrieben:

  • Wir laden Eltern ein, nach Terminabsprache bei uns zu hospitieren.
  • Wir aktivieren Eltern, an Ausflügen teilzunehmen und uns im täglichen Kita-Leben zu unterstützen.
  • Wir erbitten Unterstützung und sprechen Eltern konkret an sich aktiv und praktisch zu beteiligen, z. B. bei der Raumgestaltung, Renovierungs- und Aufräumarbeiten, Unterstützung beim Schreiben von Berichten und Protokollen
  • Aktive und praktische Mitarbeit bei den 2x im Jahr durchgeführten Gartenaktionen.
  • Wir bieten Möglichkeiten der aktiven und gestalterischen Mitarbeit bei der Organisation von Festen und Feiern z. B. in Form aktiver Mitarbeit bei der Planung und Durchführung der einzelnen Abteilungsteams oder im Rahmen eines Fest-Komitees.
  • Wir laden zu verschiedenen Aktivitäten und Gruppenangebote im Familienzentrum ein

Elternabende:

Pro Kita-Jahr finden ca. 1-2 Abteilungselternabende statt. Sie dienen der Information über unsere Grundprinzipien der pädagogischen Arbeit sowie dem konkreten Austausch darüber mit dem jeweiligen Abteilungs-Team. Sie bieten Raum zum gegenseitigem Kennen lernen aller Eltern und dem Team sowie der Struktur des Tagesablaufes. Sie dienen der Information über Aktivitäten im Kita-Jahr und speziell in der jeweiligen Abteilung. Jeweils zum Ende des Kita-Jahres findet in jeder Abteilung ein Auswertungs-Elternabend statt, zu dem die Leitung der Einrichtung einlädt.

Die Bezugsgruppen/ Story-time Elternnachmittage

In Absprache mit der/den Bezugserzieherinnen finden Zusammenkünfte der Eltern der ‚Storytime – Gruppen’ statt. Auf diesen Elternnachmittagen stehen die Eltern dieser Gruppe und ihre Kinder im Vordergrund. Sie dienen der Intensivierung von Kontakten der Eltern untereinander, einem detaillierten fachlichen Austausch über die Inhalte und Ereignisse im Kita-Alltag sowie der Vorstellung des Beobachtungs- und Ergebnisbogens und der fördernden Angebote und Bildungsprozesse der einzelnen Kinder. Zum Teil veranschaulichen u. a. kurze Video-Sequenzen, Fotos und entsprechendes Dokumentationsmaterial diese Themen. Bei den Storytime – Nachmittagen besteht ebenso die Möglichkeit, spezifische Fragen der Eltern einzubeziehen und auf ihre Kinder und deren Entwicklung, ihren Kontakten in der Kindergruppe, etc. konkret einzugehen. Der gemeinsame Austausch unter den Eltern, sowie zwischen Eltern und Erzieherinnen hat einen wichtigen Stellenwert und dient dem gegenseitigem Kennen lernen, der Akzeptanz und dem Wohlfühlen aller. In diesem Rahmen finden auch:

  • Kaffeenachmittage
  • Picknicks im Garten oder im Park
  • Gemütliches weihnachtliches Beisammensein

Themen-Elternabende

Wir bieten zu Themen kindlicher Bildungsprozesse und zu Erziehungsfragen, die sich aus dem täglichen Zusammenleben mit Kindern ergeben, abteilungsübergreifende Elternabende an:

  • Sie vermitteln Fachinformation
  • Ermöglichen ein Kennen lernen der Eltern aus anderen Abteilungen
  • Schaffen Raum für gemeinsame Erfahrungen, Erlebnisse mit Kindern
  • Bieten die Chance der gegenseitigen Unterstützung und Hilfe bei Problemen sowie dem Entwickeln von Lösungsmöglichkeiten.

Feste und Aktivitäten mit Eltern und Kindern:

  • Jeweils 1x im Jahr finden Sommerfeste bzw. Weihnachtsfeste statt.
  • Regelmäßig am Freitag nach dem 11.11. (Sankt Martin) veranstalten wir mit allen Kindern und Eltern unser traditionsreiches Laternenfest mit Umzug, gemeinsamen Singen am Lagerfeuer, Glühwein und Imbiss.
  • 2x im Jahr, den Jahreszeiten entsprechend, laden wir ein zur gemeinsamen Gartenaktion mit anschließendem gemütlichem Beisammensein ein.

Elternausschuss der Einrichtung.

Dieser dient der gegenseitigen Information über die Situation der Kinder und der allgemeinen Situation in der Einrichtung. Jeweils mit Beginn des neuen Kita-Jahres werden für 1 Jahr in den Abteilungen 2-3 Elternvertreter gewählt. Diese wiederum wählen die Gesamt-Elternvertreter/Innen. Aufgaben der Elternvertreter ist es, den Informationsfluss zwischen den Eltern der Abteilung, dem Elternausschuss und der Leitung zu gewährleisten. , sowie gemeinsam mit Leitung und Erzieherinnen Ziele und Methoden der pädagogischen Arbeit zu besprechen. In kooperativer Absprache mit der Leitung des Kinder- und Familienzentrums werden Termine und die Tagesordnung der Sitzungen festgelegt. Die Diskussions-Ergebnisse der Sitzungen werden festgehalten und veröffentlicht. Grundsätzlich ist jede Elternausschuss-Sitzung offen für alle interessierte Eltern.
Die Weiterentwicklung der Zielsetzung ‚Zusammenarbeit mit Eltern’, wird auch in den kommenden Jahren durch Fortbildungen begleitet. Die Entwicklungsgespräche, die hierbei eine zentrale Rolle spielen, wurden durch die Einführung eines Gesprächsprotokolls und eines Familienbuchs, in dem die Eltern Beobachtungen und Erlebnisse mit ihrem Kind zu Hause festhalten können, erweitert. Die Eltern reagieren mit interessierter und positiver Resonanz.


5. Aufbau einer integrativen Familienarbeit

Anknüpfend und aufbauend auf die pädagogische Arbeit und den Strukturen der Elternarbeit im Haus, besteht das Ziel, ein weit gefächertes Angebot für Familien in der Einrichtung zu etablieren. Analog zum Pen Green Centre wurden extra Räume für die neue Form der Familienarbeit eingerichtet. Da es in der Schillerstraße keine leer stehenden Räume gab, wurde im Jahr 2000 darauf hin gearbeitet, Räume dafür zu schaffen. Deshalb wurde nach den üblichen Abmeldungen die Kinderzahl reduziert. Bei der Auswahl und dem Umbau der dadurch gewonnenen Platzkapazität wurden auf folgende Kriterien geachtet:

  • Zentrale Lage innerhalb der Einrichtung
  • Separate Eingangsmöglichkeit und Nutzungsmöglichkeit
  • Multifunktionale Nutzungsmöglichkeit

Es wurden zwei ehemalige Gruppenräume (insgesamt ca. 50 qm) zu einem kleinen Familienzentrum umgestaltet. Dazu gehört ein ‚Offener Eltern-Treffpunkt’ in dem eine kleine Sitzecke Kontakte der Eltern untereinander und zu den Mitarbeiter/innen ermöglicht. Außerdem kann der Einzelne hier eine kurze Ruhepause einlegen, anhand von ausgehängten und ausgelegten Materialien sich informieren und nachlesen. Schnell bewährte sich dieses Angebot insbesondere in der Eingewöhnungsphase für wartende Mütter und Väter.
Im Familienzentrum hat sich die Angebots- und Gruppenstruktur gefestigt und fügt sich in den allgemeinen Kita-Alltag ein. Die Vielfalt der Elternbildungs- und Familienangebote, insbesondere die Angebote für Baby- und Krabbelgruppen ist inzwischen nicht mehr aus der Einrichtung wegzudenken. In Elterngesprächen wird immer wieder geäußert, dass sich die Familien eine Kita ohne weiterführende Angebote eigentlich gar nicht mehr vorstellen können.. Der offene Charakter, der auch die Partizipation von Familien und Gruppen von Außen ermöglicht, wird von allen akzeptiert und der Kreis der Familien, die sich mit dem Kinder- und Familienzentrum Schillerstraße verbunden fühlen, hat sich inzwischen sehr erweitert. Das alle zwei Monate erscheinende Programmheft wird in anderen Stadtteil-Einrichtungen und Kindertagestätten verteilt und bietet dadurch auch die Möglichkeit der regelmäßigen Kontaktpflege zu anderen Einrichtungen im Stadtteil. Die stark nachgefragte Nutzung an Wochenenden und an den Abenden zeigt den Bedarf für diese Form der Nutzung von Kindertagestätten. Um Familien noch weitergehend unterstützen zu können, ist eine verbesserte Vernetzung mit anderen Einrichtungen der Familienhilfe im Stadtteil notwendig. Dadurch wird es möglich sich gemeinsam für das Wohl von Familien einzusetzen und Übergänge von verschiedenen Familienphasen zu vereinfachen. Ressourcenbündelung und bedarfsgerechte Angebotsstrukturen im Sozialraum unterstützen ein positives Familienleben und den Erziehungsprozess und stärken somit das Gemeinwesen.
Um den Vernetzungsgedanken im Stadtteil stärker anzuregen und zu fördern, wurde von uns im Frühjahr 2004 die Gründung des ‚Lokalen Bündnis für Familien in Charlottenburg-Wilmersdorf’ unter der Schirmherrschaft des Stadtrats für Familie, Schule und Sport initiiert. Dieses Bündnis bietet inzwischen eine Plattform für verschiedene Vernetzungsinitiativen im Stadtteil. So entstand z.B. ein 'Runder Tisch der Elternbildung', wo sich Anbieter von Elternbildungsangeboten und Einrichtungen, die diese Angebote in ihre Arbeit integrieren möchten, austauschen und neue Zusammenarbeitsformen entwickeln.


6. Ausblick auf die Weiterentwicklung

Die Zielsetzung für den weiteren Projektverlauf ist es, die Arbeit im Kinder- und Familienzentrum kontinuierlich weiterzuentwickeln und als eine Art ‚Labor’ für die Erprobung der Konzeption EEC fest zu etablieren.
2004 wurde mit dem Prozess der Übertragung des Konzepts auf andere Kitas des PFH begonnen. Die, in der Schillerstraße gesammelten Erfahrungen, sollen Schritt für Schritt an andere Einrichtungen weitergegeben werden und sind Grundlage der ‚Transfer Erprobung’. Parallel werden außerdem Handreichungen und Veröffentlichungen (Hebenstreit, Kühnel 2004) zu den unterschiedlichen Schwerpunkten herausgegeben und ein Multiplikatorenkonzept entwickelt. Einladungen aus ganz Deutschland zu Fachkongressen und Tagungen tragen außerdem zur Vorstellung und Verbreitung der EEC-Konzeption bei und zahlreiche Besuchergruppen informieren sich vor Ort in der Schillerstraße über den Weg und die bisher erreichten Ergebnisse im Modellprojekt Kinder- und Familienzentrum Schillerstraße.


Literatur/Internet:

  • Hebenstreit-Müller, Sabine (2002): Neue Wege in der Elternbildung. Perspektiven im internationalen Vergleich. In: TPS, Heft 3/2002
  • Hebenstreit-Müller, Sabine, Kühnel, Barbara (Hg.) (2004): Kinderbeobachtung in Kitas. Erfahrungen und Methoden im ersten Early Excellence Centre in Berlin. Berlin: Dohrmann Verlag.
  • Team des Kinder- und Familienzentrums (2004): Konzeptbausteine. (nicht veröffentlicht)
  • Pen Green Centre (2005) http://www.pengreen.org
  • Pestalozzi-Fröbel Haus (2005) http://www.pfh-berlin.de

Fußnoten:

1) Family worker ist die Bezeichnung für die pädagogischen Fachkräfte
2) Nachfolgend abgekürzt: PFH